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Agenda: organisationspolitische Leitlinien, um Europa neu beleben zu können

0. Prélude

Die vorliegende Agenda dient allen JEFer*innen in Niedersachsen als Grundlage für die politische Arbeit. Der Fokus hinsichtlich unseres inhaltlichen Profils wird dabei verstärkt auf unsere auf Landes- und Bundesebene bereits bestehenden Beschlüsse gelegt. Darüber hinaus wollen wir zukünftig unseren Schwerpunkt auch auf zu fassende Beschlüsse legen. Ein zentraler Bestandteil ist jedoch bereits heute gegeben: Die neue Agenda drückt unser grundsätzliches Politikverständnis als JEF Niedersachsen aus und gibt neuen sowie langjährigen JEFer*innen einen Ausblick auf das kommende Jahr.

Besonders hervorheben möchten wir, dass die Erstellung der Agenda grundsätzlich allen JEFer*innen ermöglicht wurde. Die hier verabschiedeten Passagen dienen dem neuen Vorstand der JEF in Niedersachsen als Arbeitsgrundlage und Arbeitsauftrag, definiert sein Aufgabenspektrum und gewährleistet somit eine kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit.

Dennoch sind alle definierten Aufgaben nicht ausschließlich durch den gewählten Vorstand zu bearbeiten. Ein erfolgreicher Verband in der Fläche lebt davon, dass sich alle aktiven Mitglieder einbringen und Engagement zeigen. Der Vorstand ist zwar ein leitendes Gremium bei den JEF, setzt diesen Führungsanspruch aber hauptsächlich als koordinierendes Gremium ein. Er soll demnach dafür Sorge tragen, dass gemeinsam mit allen aktiven JEFer*innen die einzelnen Punkte der Agenda bearbeitet und in die Praxis umgesetzt werden. Grundsätzlich ist ein Mitmachen, Mitwirken und Mitentscheiden aller JEFer*innen zu ermöglichen und zu fördern. Im Gegenzug sind alle aktiven JEFer*innen dazu eingeladen, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu beteiligen – sei es durch neue Ideen oder durch die Mithilfe bei politischen Aktionen. Die Mitarbeit bei den JEF als politischer Verband ist dabei stets attraktiv für junge Menschen zu gestalten.

1. Selbstverständnis – Wir als Junge Europäische Föderalist*innen

Die Jungen Europäischen Föderalist*innen (JEF) sind ein europaweiter Jugendverband, den es seit 1949 gibt. Wir setzen uns ein für das Zusammenwachsen Europas unter den Vorzeichen von Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit. Was wir wollen, sind Weltoffenheit und Bürger*innennähe auf allen Ebenen – Dinge, die in der Europäischen Union leider nicht immer gegeben sind.

Die Entwicklung der Europäischen Union verfolgen wir daher mit kritischer Sympathie und wir gehören zu denen, die sich für die Verabschiedung einer wirklichen Europäischen Verfassung zum schnellstmöglichen Zeitpunkt stark machen, da nur so das Europa von morgen demokratisch und durchschaubar sein wird. Grundlage unserer politischen Arbeit ist das Hertensteiner Programm der europäischen Föderalisten aus dem Jahr 1946, das heute noch genauso aktuell wie damals ist.

Unser Hauptanliegen ist, Europa für Jugendliche erfahrbar zu machen. Die Begegnung mit jungen Menschen aus anderen europäischen Ländern hat das Selbstverständnis jedes/jeder* JEFer*in verändert und nicht wenige von uns gehen zum Studieren oder Arbeiten in andere EU-Mitgliedstaaten.

Doch was bedeutet es eigentlich, Mitglied eines pro-europäischen und nach Föderalismus strebenden Vereins wie die JEF zu sein? Welche Grundwerte zeichnen unseren Verein aus?

Wir erkennen, dass die JEF eine parteipolitisch unabhängige Organisation ist, deren grundlegender und verbindender Wert die proeuropäische Einstellung ist. Jedoch möchten wir auch nachdrücklich erwähnen, dass die JEF keine apolitische Organisation ist und sein kann. Mit dem politischen Programm der JEF-Deutschland und des europaweiten Vereins wurde ein Versuch unternommen, die politischen Positionen und Forderungen der JEF auszudrücken und niederzuschreiben. Ein großes Anliegen der JEF-Niedersachen ist eine intensive Auseinandersetzung mit ebendiesen politischen Positionen.

Auch vor dem Hintergrund unserer parteipolitischen Unabhängigkeit möchten wir eine aktive Mitarbeit zur Erarbeitung eigener Positionen fördern und in Debatten und enger Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern Klarheit bezüglich uns auszeichnender Themen wie beispielsweise: EU-Föderalismus, Weltföderalismus, Vereinigte Staaten von Europa, europäische Verfassung, Werteverständnis, Diversität, Transnationalität etc. schaffen. Dies kann unserer Ansicht nach nur durch eine kritische Auseinandersetzung mit den o.g. Punkten erfolgen. Diesen Prozess möchten wir dabei nicht eng vorgeben, sondern bewusst offen gestalten, da wir z.B. beim Begriff Föderalismus Dynamiken erkennen, die sich nicht eng eingrenzen lassen. Wir wollen also ohne eine konkrete Ergebniserwartung in den offenen und niedrigschwelligen Austausch mit unseren Mitgliedern in Niedersachsen treten.

2. Woher wir kommen, wohin wir gehen

Als junger und dynamischer pro-europäischer Verband haben wir in den letzten Jahren einiges erreicht, jedoch wollen wir uns jederzeit kritisch fragen, was wir besser machen können und wie wir unsere Arbeit verbessern können. Um dieser Selbstreflexion in Form dieser Agenda gerecht zu werden, soll zunächst die Arbeit der letzten Jahre kurz skizziert werden, bevor wir auf unsere zukünftigen Ziele eingehen.

Ziel der Selbstreflexion soll es sein, dass wir dadurch unseren Verband weiterentwickeln können und gleichzeitig unseren Mitgliedern unsere Entwicklung erklären können.

Die JEF Niedersachsen können in den letzten Jahren eine sehr positive Mitgliederzahlenentwicklung beobachten. Hatten wir im Jahr 2016 noch etwa 70 Mitglieder, liegt unsere Mitgliederzahl inzwischen bei über 160.

Diese positive Mitgliederzahlenentwicklung haben wir vor allem dem Engagement der Kreismitglieder und der Gründung neuer Kreisverbände zu verdanken. In unseren mittlerweile vier aktiven Kreisverbänden sind etwa 30-40 aktive Mitglieder an der Arbeit für ein vereintes Europa. Wir freuen uns über die aktiven Kreisverbände in Hannover und Göttingen sowie über die letzte Neugründung eines Kreisverbandes in Osnabrück Anfang 2018. Darüber hinaus verzeichnen wir eine positive Entwicklung der europapolitischen JEF-Arbeit in Oldenburg und hoffen, dass sich auch dort ein aktiver Kreisverband etablieren kann.

Allerdings müssen wir trotz der positiven Entwicklung auf die Rückschläge der letzten Jahre und der bestehenden Probleme hinweisen. So hatten sich in den letzten Jahren zwei Kreisverbände (Hameln und Lüneburg) vorübergehend gegründet, doch leider waren diese Entwicklungen nicht nachhaltig und beide Kreisverbände sind inzwischen inaktiv oder haben sich wieder aufgelöst. Wir als Landesverband sollten in Zukunft die Entwicklungen in den Kreisverbänden genauer beobachten und die Kreisverbände bei ihrer Arbeit vor Ort so unterstützen, dass wir keine Kreisverbände verlieren und unsere Kreisverbandsentwicklung positiv verläuft.

Auch können wir uns mit der Anzahl aktiver Mitglieder noch nicht zufriedengeben. Wir sollten uns Strategien und Aktivitäten ausdenken, die mehr Mitglieder einbinden können und zu aktiver Gestaltung unserer Arbeit anregt. Vor allem wollen wir daran arbeiten, unsere Mitglieder zu diversifizieren und die Diversität unserer Gesellschaft in der JEF zu repräsentieren. Ausserdem wollen wir uns langfristig nicht auf die Hochschulstädte beschränken, sondern auch in der Fläche und der Breite der Gesellschaft präsent sein. Dazu gehört auch, den sehr niedrigen Anteil an Auszubildenden und Schüler*innen zu erhöhen. Veranstaltungen an (Berufs)schulen können dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Dadurch, dass Niedersachsen ein Flächenland ist, wohnen der Mitgliedereinbeziehung und -vernetzung besondere Schwierigkeiten inne. So haben wir viele Mitglieder abseits der universitären Zentren, die wir bisher nur unzureichend in unsere Arbeit einbinden konnten. Die Verbandsakademie im letzten Dezember war zwar eine positive Entwicklung in Bezug auf die Vernetzung des Verbandes jedoch müssen wir solche Aktivitäten in die niedersächsische Fläche hinein zukünftig ausweiten und auch die Kommunikation innerhalb des Verbandes verbessern.

Wir sind trotz der positiven Kreisverbandsentwicklung jedoch noch nicht an vielen Orten in Niedersachsen ausreichend repräsentiert und wir wollen deswegen als Landesverband aktiv an der Gründung neuer Kreisverbände mitwirken. Als nächste Kreisverbände hoffen wir Braunschweig und Oldenburg offiziell und mitgliederstark zu gründen.

Wir können im letzten Jahr auf einige erfolgreiche Veranstaltungen und Aktivitäten zurückschauen. So hat sich mit unserer Unterstützung und der Motivation Interessierter vor Ort, der Kreisverband Osnabrück gegründet. Um unsere neuen Mitglieder in den Verband einzubinden, haben wir im letzten Dezember ein Grundlagenseminar eingeführt.

Wir haben im letzten Jahr zum ersten Mal in jüngster Zeit aktiv den Kontakt zu anderen Verbänden und vor allem den Jugendorganisationen der Parteien gesucht und gefunden. So waren wir beispielsweise letztes Jahr beim Sommerfest der Jungen Union in Hannover eingeladen. Darüber hinaus haben wir uns mit den Vorständen der Grünen Jugend Niedersachsen und der JuLis Niedersachsen getroffen und produktiv über unsere Arbeit, unsere Vorstellung von Europa und unseren Gemeinsamkeiten ausgetauscht. Wir waren darauf folgend auch auf den Landesversammlungen der Grünen Jugend und der JuLis Niedersachsen anwesend. Zukünftig sollten wir diese Kontakte pflegen und ausbauen.

Die Kooperation mit anderen Landesverbänden der JEF besteht weiter. Vor allem mit den anderen Nordlichter-Verbänden besteht weiterhin guter Kontakt. So fuhren alle Nordlichter zusammen im Oktober zu einer Bildungsreise nach Budapest. Darüber hinaus waren Mitglieder der anderen Nordverbände auf unserer Verbandsakademie im Dezember und wir wurden im Gegenzug zu Seminaren der anderen Verbände und vor allem nach Hamburg eingeladen. Auch auf Bundesebene arbeiten wir weiter mit den Nordlichtern in besonderer Weise zusammen und so erarbeiteten wir vor dem letzten Bundeskongress mit den anderen Nordlichter-Verbänden zusammen zwei Anträge für den Bundeskongress, von denen ein Antrag auch erfolgreich angenommen wurde.

Auf Bundesebene hat sich die JEF Niedersachsen im letzten Jahr erfolgreich eingebracht. So waren wir mit Vertreter*innen bei allen Bundesausschüssen vertreten und darüber hinaus konnten wir andere JEFer*innen auch beim Bundeskongress der Europa-Union Deutschland in Göttingen begrüßen. Vor allem beim letzten Bundeskongress hat die JEF Niedersachsen mit zahlreichen inhaltlichen Anträgen und einer lebhaften Diskussionskultur positiv auf sich aufmerksam gemacht. Das Engagement der JEF Niedersachsen vor allem auf Bundesebene und in der inhaltlichen Arbeit des Bundesverbandes sollte im nächsten Jahr auch aufrechterhalten werden.

Inzwischen sind die JEF Niedersachsen auch auf Europaebene aktiv. Thivagar Mohanadhasan wurde im letzten Oktober auf dem Europakongress auf Malta in das Federal Committee der JEF Europe gewählt und beteiligt sich seitdem an der inhaltlichen Arbeit der JEF auf europäischer Ebene und stellt dadurch eine Verbindung unseres lokalen Verbandes mit der europäischen Ebene her.

Trotz der positiven Entwicklung unseres Verbandes und unseres Engagements auf zahlreichen Ebenen, wollen wir unseren Verband kontinuierlich weiterentwickeln und wir wollen uns auf keinen Fall mit dem bisher erreichten zufrieden geben.

Wir wollen vor allem weiterhin ein besonderes Augenmerk auf Mitgliedergewinnung und Verbandsentwicklung legen. Dazu gehört vor allem, dass wir uns als Landesverband aktiv dafür einsetzen, weitere Kreisverbände zu gründen und unsere neu gewonnenen Mitglieder durch Verbandsakademien in unsere Arbeit einzubeziehen.

Des Weiteren müssen wir die bestehenden Kontakte zu den Jugendparteiorganisationen weiter wert schätzen, ausbauen und neue Kontakte aufbauen. Wir sollten uns auch mit weiteren zivilgesellschaftlichen Gruppen im Kontext der Europapolitik treffen und uns mit weiteren europapolitischen Akteuren in Niedersachsen und unseren Europapolitikern vernetzen.

3. Projekte des kommenden Amtsjahres

Um unsere in Punkt 2 geschilderten Ziele bestmöglich zu erreichen, möchten wir uns im kommenden Amtsjahr verschiedenen Projekten widmen, welche im Folgenden aufgeführt werden.

Festakt zu 70 Jahren Junge Europäische Föderalist*innen
Vom 2. bis 4. September 2019 jährt sich das Bestehen der Jungen Europäischen Föderalist*innen zum 70. Mal. Das ist für uns Anlass genug, um im kommenden Amtsjahr einen Festakt zu diesem Jubiläum inhaltlich sowie organisatorisch vorzubereiten. Im Rahmen dieses Festaktes möchten wir nicht nur versuchen, eine angemessene Räumlichkeit für diesen Anlass zu finden, sondern auch entscheidende Persönlichkeiten unserer politischen Bewegung ausfindig zu machen und diese als Ehrengäste einzuladen. Im Rahmen dieses Festaktes wollen wir außerdem an zahlreiche Meilensteine der letzten 70 Jahre erinnern und diese ausgelassen feiern. Zu nennen sind dabei die Gründung unserer Bewegung auf der Wachenburg vom 2. bis 4. September 1949, der erste Kongress der JEF Europe, das Verbrennen der Grenzpfähle am Grenzübergang Sankt Germanshof, die sogenannte E-Aktion sowie die Besetzung der Insel Helgoland, um gegen britische Bombenabwürfe zu protestieren, alles im Jahr 1950. Zudem wollen wir auch einen Ausblick auf die nächsten 70 Jahre geben und unsere konkreten politischen Vorstellungen im Geiste des europäischen Föderalismus präsentieren. Im Rahmen dieses Festaktes möchten wir ebenfalls in Erwägung ziehen, eine Festschrift zu veröffentlichen, die die historischen Errungenschaften noch einmal darstellt und den Festakt als solchen für nachfolgende Jubiläen konserviert.

Simulation des Europäischen Parlaments
Im Zuge der Vernetzung der bundesdeutschen Landesverbände der JEF möchte auch Niedersachsen die neuen Ressourcen und Inhalte nutzen, um eine eigene „Simulation des Europäischen Parlaments“ (SimEP) in Niedersachsen auf die Beine zu stellen. Dieses Planspiel richtet sich primär an Schüler*innen aus ganz Niedersachsen und verfolgt das Ziel, Verständnis für den Entstehungsprozess politischer Entscheidungen bei den Teilnehmenden zu schaffen. Ferner zielt die SimEP darauf ab, mehr Bewusstsein im Bezug auf die Wichtigkeit des europäischen Einigungsprozesses in den Köpfen der Teilnehmenden zu verankern.

Im Grundzug wird die SimEP unter ein bestimmtes Thema gestellt, zu welchem die Teilnehmenden, mithilfe engagierter Mitglieder der JEF sowie Vertreter*innen von politischen Parteien, Inhalte und Lösungsvorschläge ausarbeiten und diese anschließend vorstellen, diskutieren und eine Entscheidung zum Umgang mit der eingangs formulierten Fragestellung fällen. Der Rahmen kann sich hierbei zwischen einer eintägigen Veranstaltung bis hin zu einem ganzen Wochenendseminar gestalten lassen. Austragungsorte sollten prestigeträchtige, infrastrukturell gut angebundene und für das Vorhaben ausreichend ausgerüstete Räumlichkeiten sein. Dafür bieten sich verschiedene Räumlichkeiten in den niedersächsischen Hochschulen und Universitäten sowie des Interimsplenarsaals der Landeshauptstadt Hannover an. Allerdings schließt diese Aufzählung andere geeignete Örtlichkeiten in Niedersachsen nicht per se aus.

Wir versprechen uns durch eine erfolgreiche Durchführung der SimEP vorzugsweise Schüler*innen anzusprechen und für unsere eigene Arbeit zu begeistern. Um dieses Vorhaben auch umsetzen zu können, wird es unsere Aufgabe sein müssen, sich mit Vertreter*innen öffentlicher Einrichtungen und Politiker*innen zu treffen und Fördergelder zu akquirieren. Die Zusammenarbeit mit den anderen Parteijugenden bei diesem Projekt sollte dabei die Werbung für Fördermittel erleichtern. Die Planung hierzu sollten wir also frühstmöglich beginnen, um noch innerhalb des Amtsjahres eine solche SimEP durchführen zu können.

Die eigene Diversität im Verband fördern
Ein wichtiges Projekt für das kommende Jahr ist es, die Vielfalt in der Gesellschaft auch innerhalb der JEF besser abzubilden. Im Moment ist der Anteil an Frauen*, PoCs und Menschen ohne akademischen Hintergrund in der JEF sehr niedrig.

Die JEF Niedersachsen erheben als junge, politische Organisation den Anspruch, die Vielfalt der Gesellschaft darzustellen, um u.a. eine bessere Sensibilität für Themen wie Sexismus und Rassismus zu schaffen.

Methoden zur besseren Einbindung und Vernetzung von Frauen* und PoCs können im Rahmen von Diversity-Foren entwickelt werden, wo eben solche Strategien offen diskutiert und besprochen werden können. Probleme in der Struktur und Hierarchien von politischen Organisationen, insbesondere in der JEF selbst, können hierbei intensiv erörtert werden. Im besten Fall kann auch so die sogenannte „Gläserne Decke“ zu den Vorständen aufgebrochen werden.

Um Menschen außerhalb des universitären Kontextes zu erreichen, können beispielsweise Veranstaltungen an Schulen und Berufsschulen besucht bzw. organisiert werden. Aber auch die Teilnahme an Veranstaltungen von zivilgesellschaftlichen Akteur*innen ist eine gute Gelegenheit, um den eigenen Verband zu diversifizieren. Denkbar wären auch Veranstaltungen die sich speziell an Schüler*innen richten. Außerdem wollen wir im Rahmen unserer Bündnisarbeit auch Interessenvertreter*innen von Schü ler*innen und Auszubildenden, wie den Landesschüler* innenrat, miteinbeziehen. Wichtig ist auch, dass unsere eigenen Veranstaltungen und unsere Arbeit barrierefrei sind. Wir wollen fundiert und differenziert über Europa sprechen, dabei aber trotzdem klar und allgemeinverständlich bleiben.

Nordlichter-Fahrt in die Toskana
Gemeinsam mit den JEF-Verbänden aus Pisa, Florenz, Veneto und Rom wollen wir der Frage nachgehen, welche Bedeutung die historische Kleinstaaterei auf die heutige europäische Identitätspolitik hat. Ferner werden wir herausarbeiten, welche Gründe der steigende Nationalismus, Regionalismus und die einhergehenden Autonomiebestrebungen bestimmter Gebiete in Italien haben. Verschiedene Themen wie der Föderalismusbegriff, Europäische Identität und Sezessionsbewegungen werden in Zusammenarbeit mit den lokalen JEF-Verbänden in Form von Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden bearbeitet, die anschließend auch den anderen JEFer*innen z.B. online zur Verfügung gestellt werden.

Mit der Fahrt möchten wir die norddeutschen JEF-Verbände mit der JEF in Pisa und Florenz vernetzen und eine Zusammenarbeit für die Zukunft herstellen. Unser Ziel ist es, für das Jahr 2019 unsere italienische Schwesternorganisation zu uns einzuladen, um den Austausch zu fördern und die Jugendbegegnung außerdem langfristig als Ausgangspunkt für eine Twinning- Projekt zu nutzen.

Inhaltliche Programm- und Bildungsseminare
Wir als JEF Niedersachsen wollen sowohl für uns nach innen als auch nach außen programmatische Seminare anbieten und dazu auch politische Bildungsarbeit leisten. Bei den programmatischen Seminaren wollen wir unsere politischen Inhalte wiedergeben und vertiefen. Die Bildungsarbeit, etwa über Seminare, ist für uns ein essenzieller Teil unserer Arbeit. Diese Punkte werden im Rahmen unserer Bildungsarbeit vertieft dargestellt.

Präsenzsitzung zur Erarbeitung von Anträgen für den Bundeskongress
Wie bereits im vergangenen Jahr wollen wir wieder eine Präsenzsitzung zwischen dem Landesvorstand und den Kreisverbänden dafür nutzen, inhaltliche Anträge für den Bundeskongress zu erarbeiten. Den letzten Bundeskongress in Bremen konnten wir inhaltlich durch unsere Anträge maßgeblich mitprägen. So konnten wir zahlreiche Anträge mit großer Mehrheit beschließen und haben für eine fortschrittliche Beschlusslage des Bundesverbandes sorgen können. In diesem Sinne wollen wir diesen erfolgreichen Prozess wiederholen und gleichzeitig alle Kreisverbände dazu ermuntern, inhaltlich fundierte Anträge vorzubereiten, die wir dann gemeinsam im Rahmen einer Präsenzsitzung miteinander besprechen und an den Bundeskongress weiterleiten. Dies trägt auch unabdingbar dazu bei, dass wir unser inhaltliches Profil als Landesverband weiter schärfen und nicht müde dabei werden, die Europäische Idee stets neu zu erfinden.

Podiumsdiskussion und Veranstaltungen in Kooperation mit der VHS Lilienthal
Wir wurden von der Volkshochschule Lilienthal um eine Kooperation gebeten. Die Volkshochschule plant für ihr nächstes Semester ein besonderes Augenmerk in ihrem Programm auf das Thema „Europa“ zu legen und möchte daher auch uns als europäische Jugendgruppe einbinden. Im Moment gibt es vor allem den Plan, eine Filmvorführung und eine Podiumsdiskussion mit unserer Beteiligung und unter unserer Organisation zu planen und Ende dieses Jahres oder Anfang 2019 durchzuführen. Gerne beteiligen wir uns auch an Kooperationen 14 mit Bildungseinrichtungen, da es unserem Verständnis nach ebenfalls Aufgabe ist, einem Bildungsauftrag für die Zivilgesellschaft gerecht zu werden.

EYE in Straßburg
Alle zwei Jahre werden Jugendliche aus ganz Europa nach Straßburg ins Parlament eingeladen, um gemeinsam beim European Youth Event (EYE) Europa zu diskutieren und zu feiern. Dieses Jahr nimmt auch die JEF Niedersachsen an der Veranstaltung teil. Zusammen mit den anderen Nordlichter-Verbänden haben wir eine gemeinsame Reisegruppe gegründet, die zum Europäischen Parlament nach Straßburg reisen wird, um dort ein Wochenende zu verbringen. Zusätzlich wird die JEF Niedersachsen in Gestalt von Thivagar Mohanadhasan und Laura Wanner einen Workshop zum Thema Beteiligung am Projekt Europa auf dem Land fernab von Metropolen und Brüssel geben.

Haus am Sonnenberg
Die Europa-Union Niedersachsen veranstaltet einmal im Jahr eine Akademie zu einem aktuell politischen Thema im Harz im Haus am Sonnenberg. Die Veranstaltung war immer erfolgreich und gut besucht, jedoch auf die Kreise der Europa-Union beschränkt. Dieses Jahr möchte die Europa-Union Niedersachsen daher auch die JEF in die Organisation und Durchführung der Veranstaltung einbinden.Dies ist zudem eine gute Gelegenheit durch die Einbeziehung in die Organisation der Akademie, die Zusammenarbeit und den Austausch mit der EUD weiter zu intensivieren.

Best-Practice-Tag mit den Kreisverbänden
Um unsere Kreisverbände in ihrer Arbeit zu unterstützen, möchten wir einmal jährlich einen sogenannten „Best-Practice-Day“ anbieten. Zu diesem sind alle Mitglieder, aber vor allem die Vorstandsmitglieder der Kreisverbände, herzlich eingeladen. Gemeinsam möchten wir einen Plan zur Ausgestaltung effizienter Vereins- und Gruppenarbeit aufstellen und streben einen Austausch zwischen dem Landesverband und den Kreisverbänden und den Kreisverbänden untereinander an. Durch diesen Austausch von Erfahrungswerten und Ideen erhoffen wir uns eine Verbesserung der Arbeit der Kreisverbände und eine Intensivierung der Kommunikation auf allen Ebenen der JEF-Niedersachsen. Auch möchten wir auf den Input von externen Expert*innen zu Themen wie: Social-Media, Campaigning, Organisation, Aktivismus etc. zurückgreifen. Wir versprechen uns davon, dass wir alle gemeinsam voneinander lernen können, um die JEF Arbeit im Alltag noch besser machen zu können. Durch positive Erfahrungswerte einzelner können alle profitieren!

Europawahl-Kampagne
Eine wichtige Aufgabe für uns ist es, die Menschen zu den Europawahlen im Mai nächsten Jahres aufzufordern und zu mobilisieren. Dazu wollen wir alle Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen nutzen, um darüber zu informieren, dass und warum man wählen sollte. Dabei ist es selbstverständlich, dass wir im Sinne unserer Überparteilichkeit keinen Wahlkampf im klassischen Sinne machen, bei dem wir Wähler dazu motivieren, eine bestimmte Partei zu wählen, sondern nur allgemein zur Wahl auffordern.

Natürlich möchten wir dabei auf die bestehenden Ressourcen der JEF Deutschland und JEF Europe zurückgreifen, die bereits eine mehrstufige Europawahlkampagne in Planung haben. Aufgabe wird es also sein, in einem ersten Schritt unsere Vernetzung und Kontakt zu anderen Parteijugenden verstärkt auszubauen, um Einfluss auf den inhaltlichen Programmprozess der Parteien für die kommenden Europawahl zu nehmen. Dabei können wir verschiedene Veranstaltungsformate von Podiumsdiskussionen bis hin zu Hintergrundgesprächen in Erwägung ziehen, um den offenen und direkten Austausch zu unseren Eruopa-Beschlüssen zu suchen. Im einem zweiten Schritt gilt es dann im Rahmen einer öffentlichen Kampagne darauf hinzuwirken möglichst viele Bürger*innen zur Wahlurne zu mobilisieren, damit unsere durchgesetzten Inhalte vom Wahlzettel ins Parlament entsendet werden. Dabei kommt es maßgeblich darauf an, dass möglichst alle Aktive an dieser mehrstufigen Kampagnen partizipieren, denn nur so können wir auch erfolgreich sein. Die Europawahl 2019 wird für uns als proeuropäischer Verband das zentrale Ereignis der kommenden Amtsperiode sein – daher wird hier unser Arbeitsschwerpunkt als neuer Landesvorstand liegen.

Social Media professionalisieren
Eine besondere Stärke der JEF Niedersachsen ist die Überparteilichkeit und die Doppelmitgliedschaft vieler Menschen sowohl in der JEF als auch in den großen Parteijugendorganisationen. Durch die Schulung von externen Referenten, idealerweise auch aus anderen Jugendorganisationen, mit denen die JEF vernetzt ist, können verschiedene Social-Media-Strategien entwickelt werden und unterschiedliche Konzepte und Erfahrungen gebündelt werden.

Einen besonderen Schwerpunkt in der Social-Media-Arbeit legen wir dabei auf die Pflege der Facebook-Seite als auch auf des Twitter– sowie Instagram-Profils. Ebenfalls möchten wir darüber nachdenken, einen Snapchat-Account zu erstellen, um ein besonders junges Publikum zu erreichen.

Kreisverbände gründen, aufbauen und stärken
Als Landesvorstand möchten wir es uns – wie auch schon im vergangenen Jahr – in der kommenden Amtsperiode zur Aufgabe machen, neue Kreisverbände zu gründen und aufzubauen. Mit der JEF Osnabrück haben wir dabei ein positives Beispiel einer Neugründung. Über dieses Ereignis sind wir sehr froh und das ermutigt uns zugleich auch weitere Kreisverbände in unserem wunderschönen Flächenbundesland neu zu gründen. Leider mussten wir im zurückliegenden Jahr aber auch die Inaktivität der JEF Hameln und die Auflösung der JEF Lüneburg zur Kenntnis nehmen. Dieser Umstand treibt uns alle um und bewegt uns dazu, noch entschlossener als Landesvorstand darauf hinzuwirken, dass Kreisverbandsstrukturen nachhaltig aufgebaut und langfristig gestärkt werden.

In diesem Sinne werden wir feste Betreuungspersonen im Landesvorstand benennen, die einen engen und konstruktiven Austausch zwischen Landes- und Kreisebene garantieren sollen. Dementsprechend erhoffen wir uns möglichst zeitnah über negative Entwicklungen in Kenntnis gesetzt zu werden, um die nötigen Schritte einleiten zu können und diese angemessen abzufedern. Der Landesverband ist in erster Linie die Summe seiner Kreisverbände. Daher möchten wir keinen Kreisverband mehr zurücklassen, da wir nur durch zahlreiche, vielfältige und starke Kreisverbände einen effektiven, schlagfertigen und nach außen präsenten Landesverband garantieren können. Hierzu könnte der Best-Practice-Tag ein effektives Instrument sein, um Kreisverbände nachhaltig aufzubauen und zu vernetzen.

Gründung der JEF Braunschweig
Am 8. Mai war es in Braunschweig soweit: Wir haben bei einer ersten Auftaktveranstaltung der JEF Braunschweig Interessierte und Neugierige zum Nachdenken und Diskutieren über Europa und seine Zukunft eingeladen. Unter dem inhaltlichen Thema „Europäische Krisen – Kontinuum oder neues Phänomen?“ haben wir Vertreter*innen der demokratischen Parteijugenden eingeladen. Gerade diese inhaltlich attraktive Podiumsdiskussion war ein Garant dafür zahlreiche Interessierte an diesem Abend begrüßen zu dürfen.

Jetzt gilt es für uns, an die Arbeit zu gehen und einen engen Austausch zwischen den JEF Braunschweig und dem Landesvorstand zu garantieren, damit dieser einen angemessenen Rückhalt erhält. Wir hoffen also darauf, dass wir nun mit engagierten jungen Leuten den neuen Kreisverband in Braunschweig gestalten und wachsen lassen können!

4. Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand der JEF Niedersachsen ist die politische Repräsentation des gesamten Verbandes und ist gleichzeitig der organisatorische Kopf. Unter diesem Aspekt ist es uns ein gewichtiges Anliegen, dass die Agenda einmal aufzeichnet, in welcher Art und Weise der künftige Vorstand zusammen arbeiten möchte. Dies ist zudem eine gute Gelegenheit, um als Vorstand für uns selbst grundlegende Verbindlichkeiten zu schaffen, auf die sich alle Vorstandsmitglieder gemeinsam verständigen können. Hierbei wollen wir also die künftige Zusammenarbeit grob beschreiben und darstellen.

Eine zielorientierte und kollegiale Zusammenarbeit ist die Basis eines erfolgreichen Landesvorstandes. Es ist wichtig, dass Probleme offen und schon zu ihrem Beginn in fairer Weise thematisiert und ausgeräumt werden. Eine gute Arbeitsatmosphäre ist uns daher sehr wichtig.

Es soll eine möglichst effektive Arbeitsteilung erfolgen, bei der jede* und jeder im Rahmen ihrer*/ seiner Möglichkeiten mitarbeitet. Die Arbeit soll hierbei gleichmäßig auf alle Schultern verteilt werden. In diesem Zusammenhang soll auch eine inhaltlich-organisatorische Aufteilung unter den Landesvorstandsmitgliedern nach Interessens- und Kenntnisgesichtspunkten erfolgen. Ganz nach dem Motto: Jede*r das, was er oder sie* am besten kann! Jedoch muss uns allen auch klar sein, dass die Arbeit bei der JEF immer noch ein Ehrenamt ist und wir das alles in unserer Freizeit machen, daher sollte der Spaß bei uns allerhöchste Priorität haben.

Neben den klassischen Vorstandssitzungen, die grundsätzlich einmal im Monat stattfinden sollen, wird es zusätzlich einmal im Quartal sowie nach Bedarf Präsenzsitzungen geben, um zeitnah mit der Breite des Verbandes aktuelle Themen erörtern zu können und sich regelmäßig auszutauschen. Diese Präsenzsitzungen sollen nach Möglichkeit an wechselnden Orten stattfinden, damit jedes Mitglied während der Amtsperiode die Chance erhält, an unseren Treffen teilnehmen zu können. Wir würden uns wünschen, dass bei diesen Präsenztreffen immer mindestens eine Vertreterin der Kreisverbände anwesend ist, andernfalls wären diese obsolet. Der direkte Austausch mit unseren Mitgliedern liegt uns am Herzen, denn nur durch regelmäßigen Kontakt untereinander können wir unsere Arbeit stetig verbessern.

Der Landesvorstand versteht sich als Ansprechpartner für die Kreisverbände. Dies bedeutet für uns, dass die Mitglieder des Landesvorstands vor Ort Präsenz zeigen und auch jederzeit für Berichte etc. für ihre eigenen Kreisverbände zur Verfügung stehen. Wir verstehen uns als Dienstleister*innen für die Basis und sind Anregungen und Kritik gegenüber immer aufgeschlossen. Grundsätzlich obliegt dem Landesvorstand der JEF Niedersachsen daher die Kontrolle der Zielerreichungen, die Koordination der Arbeit und Termine sowie die finanzielle und personelle Leitung. Die Umsetzung der inhaltlichen und organisatorischen Arbeit obliegt aber ausdrücklich allen Aktiven in Zusammenarbeit mit dem JEF-Vorstand.

Budgethoheit/Finanzen
Es ist dem Landesvorstand der JEF Niedersachsen ein wichtiges Anliegen, die Kreisvorstände der niedersächsischen Kreisverbände vor privater, finanzieller Belastung im Rahmen der Durchführung von Projekten und Aktionen zur Weiterentwicklung der JEF vor Ort zu schützen. Insofern werden die Kreisvorstände aufgefordert, sich bei Projektplanungen direkt an den Schatzmeister oder die Landesvorsitzenden zu wenden. Anbei folgt eine kurze Erläuterung des bisherigen Prozederes, wie Kreisverbände ihre Gelder vom Landesverband erstattet bekommen:

Erstattungsfähig sind u.a. folgende Kostenpunkte:

  • Kosten für das Bewerben von Verbandsaktivitäten (Flyer, Plakate, Facebook, usw.)
  • Kosten für nicht-alkoholische Getränke sowie Snacks und kleinere Speisen im Zusammenhang mit der Durchführung der Veranstaltung
  • Kosten für Referent*innen (An- und Abreise, Honorare)
  • Kosten für die Teilnahme an Aktivitäten des Bundes- oder Europaverbandes im Rahmen der Funktion als ordentliche*r Delegierte*r
  • besondere Ausgaben nach Absprache mit dem Landesvorstand

Durch einen Erstattungsantrag kann eine Erstattung der Kosten beantragt werden. Eine Übernahme der Kosten findet nur dann statt, wenn dies im Vorhinein mit dem Landesvorstand abgesprochen worden ist bzw. eines oder mehrere Mitglieder des Landesvorstandes in Kenntnis gesetzt worden sind. Ferner behält sich der Landesvorstand vor, Rechnungen zu prüfen und Anträge in ihrer ursprünglichen Form abzuweisen. Der Landesvorstand bittet ferner darum, die finanzielle Last für Veranstaltungen und Aktivitäten nicht komplett auf die JEF Niedersachsen umzuschichten, sondern möglichst vorhandene Strukturen, wie zum Beispiel die örtliche Europa Union oder andere Partner*innenorganisationen, wie das örtliche Europe- Direct zu nutzen. Ferner möchten wir die Kreisverbände ermutigen, sich finanzielle Unterstützer*innen für ihre örtlichen Aktivitäten auf eigene Faust zu suchen.

Dass wir uns dazu gezwungen sehen, dies zu betonen, liegt an der Tatsache, dass der Landesverband Niedersachsen selbst für das Jahr ein recht enges finanzielles Korsett trägt. Nichtsdestotrotz arbeiten wir daran, den finanziellen Rahmen für die Zukunft auszuweiten, damit wir den Kreisverbänden vor Ort noch mehr unter die Arme greifen können.

Der Landesvorstand macht es sich zur Aufgabe, im Rahmen seiner Klausurtagung ein Konzept zur finanziellen Autonomie der Kreisverbände vorzubereiten, das final bei einer Präsenzsitzung mit den Kreisverbänden besprochen und beschlossen werden soll.

Abschließend möchten wir als Landesvorstand erneut betonen, dass grundsätzlich jedes Vorhaben mit uns besprochen werden kann, wir für Ideen und Vorschläge stets ein offenes Ohr haben und der Landesvorstand sich immer dazu bereit erklärt, gemeinsam mit den Kreisverbänden nach einer Lösung für Finanzierungsfragen einer Veranstaltung oder anderer verbandsrelevanter Aktivitäten zu suchen.

Klausurtagung
Die konkrete Ausgestaltung der Vorstandsarbeit kann an dieser Stelle jedoch leider nicht vollumfänglich dargestellt werden, da es dafür unter anderem auch engen Abstimmungen innerhalb des neuzuwählenden Landesvorstandes bedarf. In diesem Sinne wird alles Weitere bei der stattzufindenen Klausurtagung des Vorstandes unmittelbar nach der Landesmitgliederversammlung entschieden. Eine Teilnahme an der Klausurtagung ist daher für jedes Vorstandsmitglied obligatorisch.

5. Kommunikation und Organisation

5.1. Kommunikation
Die JEF sind ein föderal organisierter Verband. Gerade deswegen müssen wir eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen unseren Kreisverbänden in Niedersachsen dem Bundes- sowie Europaverband einfordern. Denn nur durch eine gute – auf Austausch basierte – Zusammenarbeit können alle gemeinsam profitieren. An dieser Stelle möchten wir die konkrete Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Ebenen beschreiben, vor allem wollen wir aber die Kommunikation in unserer eigenen Gruppe darstellen.

Öffentlichkeitsarbeit
Ein zentraler Punkt der politischen Arbeit des Landesverbandes soll in Zukunft die Öffentlichkeitsarbeit sein. Es reicht eben nicht aus, bloß gute Arbeit zu leisten und die richtigen Themen zu besetzen. Vielmehr muss dieses auch nach außen sichtbar werden und in die landesweite Debatte zu europapolitischen Themen einfließen. Als pro-europäische Jugendorgansation sind wir auf öffentliche Rezeption besonders angewiesen. Unsere Arbeit ist kein Selbstzweck!

Öffentlichkeitsarbeit verstehen wir hierbei nicht ausschließlich im klassischen Sinne. Natürlich möchten wir in Zukunft verstärkt Pressemitteilungen zu aktuellen politischen Debatten und Veranstaltungen auf Landesebene und darüber hinaus herausgeben. Hierzu sollte der neue Landesvorstand intern ein praktikables und effektives Verfahren erarbeiten, um möglichst zeitnah und zielgerichtet auf Themen zu reagieren sowie die Möglichkeit nutzen, eigene Themen auf Landesebene zu setzen.

Abseits der Pressearbeit ist die Ansprache junger Menschen von erheblicher Bedeutung. So bieten Facebook, Twitter und Instagram eine gute Möglichkeit aktuell, ansprechend, einfach und mit hohem Verbreitungsgrad über unsere Positionen und unsere Arbeit zu informieren. Diese daraus resultierende Social-Media-Arbeit wollen wir stärker als bisher koordinieren und intensivieren. Wir als Jugendverband müssen bei den sozialen Netzwerken präsent sein. Aber auch unsere Internetseite soll stärker und effektiver genutzt werden. Im Gegensatz zu den sozialen Netzwerken dient die Webseite einer (inhaltlich) tiefergehenden Berichterstattung. So sollen Mitglieder des Landesverbandes dort die Möglichkeit haben, differenziertere Kommentare und Beiträge zu veröffentlichen.

Innerverbandliche Kommunikation
Wir wollen einen landesweiten Mailverteiler, der all unsere Mitglieder einschließen soll, die per E-Mail zu erreichen sind, einrichten. Gerade in der transparenten Kommunikation und dem angemessenen Informationsaustausch zwischen dem Landesvorstand und den Mitgliedern in Niedersachsen liegt ein entscheidender Faktor für die Arbeit dieses Vorstandes. Darüber hinaus möchten wir in Erwägung ziehen, einen regelmäßigen Newsletter einzuführen, um alle Mitglieder im Landesverband und Interessierte über aktuelle Themen und Termine der JEF Niedersachsen auf dem Laufenden zu halten.

Zusätzlich wollen wir jedes Vorstandsmitglied dazu ermuntern, sich in die Arbeit des eigenen Kreisverbandes einzubringen und einen engen Kontakt herzustellen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Landes- und Kreisebene dann am effektivsten funktioniert hat, wenn eine personelle Verknüpfung zwischen den jeweiligen Vorständen bestand. In diesem Sinne erhoffen wir uns, dass die einzelnen Kreisvorstände sich dazu entscheiden, ihre jeweiligen Landesvorstandsmitglieder, sofern sie noch nicht Teil des Kreisvorstandes sind, in den eigenen Vorstand zu kooptieren und so eine sinnvolle Zusammenarbeit zu gewährleisten.

5.2. Organisation
Darüber hinaus möchten wir auch noch auf unsere Organisation und Struktur der eigenen Arbeit eingehen und präsentieren.

Die Arbeit der JEF Niedersachsen wird von ihrem Vorstand organisatorisch koordiniert und von allen Aktiven getragen. Der Vorstand trifft sich regelmäßig zu Vorstandssitzungen etwa über Skype, aber auch zu regelmäßigen Präsenzsitzungen. Dabei wird die vorgeschlagene Agenda für die JEF Niedersachsen koordiniert und transparent Schritt für Schritt umgesetzt. Die Mitglieder der JEF Niedersachsen sollen wie bereits beschrieben über die Arbeit des Vorstandes informiert werden.

Bundesebene
Wir wollen als JEF Niedersachsen auch weiterhin auf Bundesebene aktiv sein und die Arbeit des gesamten Bundesverbandes durch unsere Teilnahme und Arbeit mit gestalten. Beim letzten Bundeskongress haben wir mit zahlreichen inhaltlichen Anträgen an der Debatte teilgenommen und dies wollen wir auch weiterhin so halten. Durch unser Mitgliederwachstum haben wir im letzten Jahr mit 5 Delegierten auch schon größeren Anteil nehmen können und wir hoffen auch zukünftig durch weiteres Mitgliederwachstum mehr Delegierte zu erhalten und dadurch mehr Mitgliedern die Möglichkeit geben, einen Einblick in die Arbeit des gesamten Verbandes zu geben.
Der diesjährige Bundeskongress wird in Halle stattfinden und wir wollen uns vorher in Niedersachsen darum kümmern, inhaltliche Arbeit vorzubereiten und inhaltliche Anträge gemeinsam zu schreiben.

Der Bundesausschuss trifft sich dreimal im Jahr und bespricht abseits des großen Bundeskongresses wichtige und aktuelle Themen des Bundesverbandes. Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, dass immer ein Vertreter des Landesverbandes an den Sitzungen teilgenommen hat. Delegierter zum Bundesausschuss sind der oder die Landesvorsitzende und ein oder eine gewählte Vertreter*in.

Um die inhaltliche Arbeit des Bundesverbandes noch weiter zu entwickeln, hat unsere Landesvorsitzende Laura Wanner eine AG Programmatik des Bundes gegründet. Hier können alle an inhaltlicher Arbeit Interessierten teilnehmen und europäische Themen diskutieren. Die AG befindet sich gerade in ihrer Gründungsphase.

Landesebene
Zentral für unsere Arbeit ist die Landesmitgliederversammlung der JEF Niedersachsen. Die LMV ist das höchste beschlussfassende Gremium unseres eigenen Verbandes. Diese wird einmal im Jahr tagen, wozu alle Mitglieder der JEF Niedersachsen eingeladen werden und dabei diskussions- und stimmberechtigt sind. Die Jahreshauptversammlung beschließt die Ausrichtung der JEF Niedersachsen für das jeweils kommende Amtsjahr, formuliert eine Agenda, die die Ziele der JEF Niedersachsen beinhaltet und beschließt programmatische Anträge. Dazu wird über die Beteiligung an der Bundes- sowie Europaebene der JEF und den verschiedenen Ebenen der EUD diskutiert. Insbesondere jedoch die Beteiligung bei der EUD Niedersachsen. Zusätzlich reflektieren wir das vergangene Jahr im Rahmes des obligatorischen Rechenschaftsberichtes. Ferner wählt die Jahreshauptversammlung Delegierte für den JEF Bundesausschuss und -kongress, der Landesversammlung der EUD Niedersachsen und der europäischen Bewegung. Zentral für uns ist jedoch die Wahl des Vorstandes der JEF Niedersachsen. Die Landesmitgliederversammlung der JEF Niedersachsen ist somit der Dreh- und Angelpunkt für die Organisation der Arbeit für die JEF Niedersachsen und bietet jedem Mitglied die Möglichkeit, sich in die JEF Niedersachsen einzubringen.

Sonstiges
Dazu soll noch einmal festgehalten werden, dass wir als Junge Europäische Föderalist*innen darauf acht geben, in allen Gremien der JEF und EUD vertreten sein zu wollen. Dazu müssen wir auch Personalpolitik auf allen Ebenen betreiben.

6. Bildungsarbeit

Die Zukunftsfähigkeit des Verbandes richtet sich maßgeblich nach der innververbandlichen Bildungsarbeit. Dabei ist es unbedingte Aufgabe, Wissenshierarchien abzubauen, um möglichst vielen Mitgliedern die Chance zu geben, durch das nötige Rüstzeug auf Augenhöhe mit Funktionsträger*innen diskutieren zu können. Um das zu erreichen, wollen wir auf der einen Seite auf das bestehende Seminarangebot der JEF Europa, der JEF Deutschland und anderen JEF-Sektionen in Deutschland wie beispielsweise der Nordlichter-Verbünde – zu denen die JEF-Niedersachen auch zählen – zurückgreifen. Unsere Mitglieder sollen über jegliche Möglichkeiten zur Teilnahme an Seminaren, Workshops und/oder Exkursionen möglichst frühzeitig Bescheid bekommen. Dabei können und sollen auch Angebote außerhalb der JEF genutzt werden. Die unbeschreiblich großen Netzwerke, die unsere Mitglieder zweifelsohne besitzen, sollen durch Austausch von ebendiesen, allen Mitgliedern zur Verfügung stehen.

Auf der anderen Seiten möchten wir als JEF-Niedersachsen aber auch als Impulsgeber dienlich sein und wissenserweiternde Veranstaltungen anbieten. Wir begreifen uns als Gruppe, die einen Bildungsauftrag sowohl innerhalb, als auch außerhalb des Vereins hat. In der Vergangenheit konnten wir diesem Anspruch durch inhaltlich vielfältige Veranstaltungen bereits gerecht werden. Auch zukünftig möchten wir sowohl interne als auch externe Angebote zur Wissensmehrung anbieten und diese – wenn möglich – ausweiten. Neuen Mitgliedern sollen – nach Bedarf – Grundlagenseminare zur Arbeit der JEF, unserer Vorstellung von der Zukunft der Europäischen Union, dem europäischen Föderalismus und unserer politischen Ausrichtung zur Verfügung gestellt werden.

Jedoch bedeutet Bildungsarbeit für uns nicht nur oben genanntes, sondern auch das Weitertragen europapolitischer Angelegenheiten in unsere Gesellschaft. Deshalb möchten wir mit unseren Anliegen auch an die Öffentlichkeit gehen. Wir wollen Seminare an hiesigen Schulen anbieten, mit unseren Themen auf die Straße gehen, uns gesellschaftspolitisch positionieren, Europa in die Städte bringen und uns den Europafeind*innen entgegenstellen. Zum Austausch von Ideen zur Bildungsarbeit streben wir eine stets enge Kommunikation mit anderen Landesverbänden, dem Bundesverband und der Europa-Union Deutschland an.

Weitere inhaltliche Programm- sowie Bildungs-Seminare
Wir als Junge Europäische Föderalist*innen sind ein Verband mit politischen Inhalten. Dies wollen wir aktiv leben und sowohl nach innen als auch nach außen zeigen. Dazu werden wir in der kommenden Amtsperiode programmatische Seminare anbieten, bei denen wir unsere politischen Inhalte wiedergeben und weiter vertiefen wollen.

Dazu zählt es für uns, auch noch stärker politische Bildungsarbeit zu leisten. Dies werden wir in verschiedensten Seminaren leisten. Gerade aufgrund unserer Überkonfessionalität und Überparteilichkeit sind wir dazu prädestiniert politische Bildungsarbeit zu leisten. Diese Bildungsarbeit soll nach innen für uns und nach außen für die Gesellschaft angeboten werden. Bei den programmatischen Bildungsseminaren gibt es eine Fülle an Themen. Vorstellbar wären gesellschaftspolitische Themen, welche wegen unserer Überparteilichkeit und den daraus resultierenden verschiedenen Perspektiven auf diese Themen in uns vereinigt, zu faszinierenden Debatten führen können. Natürlich sollten wir bei unserem Seminarangebot sowohl auf einen Grundlagen- als auch Fortgeschrittenenstrang abzielen. Sowie eine breite Themenbreite u.a. zu allgemeinen Fragen und Definitionen von etwa Föderalismus, der Europäischen Union oder auch deren Weiterentwicklung abdecken.

7. Bündnisarbeit und Vernetzung

Im kommenden Jahr wollen wir uns ebenfalls über unsere eigenen Verbandsstrukturen hinaus weiter öffnen und die Kommunikation mit anderen partei- und gesellschaftspolitischen Organisationen suchen. Hinzu kommt, dass man innerhalb von Bündnissen sowie in der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Inhalte und Positionen besser vertreten und durchsetzen kann. Unter diesem Aspekt wird die politische Relevanz unserer Bündnisarbeit deutlich. Genau aus diesem Grund soll also unter diesem Punkt dargestellt werden, in welchen Bündnissen wir uns bewegen möchten und welche inhaltlichen Ziele wir mit welchen Bündnispartner*innen oder Partner*innenorganisationen angehen und verwirklichen wollen.

Zusammenarbeit mit studentischen Initiativen
Das Erasmus Student Network betreut Austauschstudierende im europäischen Ausland, welche am Erasmus-Programm der Europäischen Union teilnehmen. Das Bewerben und Unterstützen von europäischen Projekten, welche den kulturellen und akademischen Austausch der europäischen Staaten befördern, liegen ganz im Sinne der europäischen Einigung.

Pulse of Europe
Anlässlich des Brexits und dem Aufstieg rechtspopulistischer und nationalistischer Parteien in Europa fanden ab dem Jahre 2016 in verschiedenen Städten pro-europäische Kundgebungen im Rahmen der Bürger*inneninitiative „Pulse of Europe“ statt, der seit April 2017 ein eingetragener Verein agiert.
Diese Kundgebungen erzeugten eine rege mediale Aufmerksamkeit und politisierte neue Menschen für europäische Idee. Die JEF Niedersachsen begleitet die europäische Integration und die Entwicklung der EU auch mit kritischer Sympathie. Eine Beteiligung an den Kundgebungen ist notwendig und sinnvoll, um auch mit eigenem inhaltlichen Input und politischer Erfahrung ein „Framing“ der Proteste herzustellen. Die JEF Niedersachsen will sich weiterhin harten und fairen Debatten stellen und sucht den Kontakt mit Menschen auf der Straße, die sich für europäische Ideen begeistern. Gesellschaftliche Entwicklungen können nicht nur von der Seitenlinie kommentiert werden.

Europaministerium und dem EIZ (sowie den europe direct Büros)
Wir freuen uns darüber, dass die neue Landesregierung ein Ressort für Bundes- und Europaangelegenheiten geschaffen hat. Das zeigt, dass Europa in der Landesregierung als wichtiges Thema angesehen wird. Bereits vor der Wahl gab es ein Treffen zwischen Vertreter*innen der JEF und der heutigen Ministerin Frau Honé, damals noch Staatssekretärin. Diesen Kontakt wollen wir ausbauen, um eine enge Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Europaministerium zu ermöglichen. Selbstverständlich ist es aber nicht unsere Aufgabe als Marketingabteilung des Ministeriums zu fungieren, wir wollen vielmehr die Arbeit des Europaministeriums, wo es nötig ist, kritisch begleiten. Gleichzeitig bietet sich natürlich die Gelegenheit gemeinsam für große Veranstaltungen und eine öffentliche Aufmerksamkeit für Europa und die JEF-Niedersachsen, die wir nutzen wollen.

Parteijugendorganisationen
Wir als überparteilicher aber eben auch politischer Verband sehen es als unsere Aufgabe, mit anderen politisch interessierten Bürger*innen zu diskutieren, zusammenzuarbeiten und ein positives Bild von Europa zu vermitteln. Ein wichtiger Ansprechpartner dafür sind natürlich insbesondere die Jugendorganisationen der Parteien. Als überparteilicher Verband arbeiten wir dabei mit den Jugendorganisationen aller demokratischen Parteien zusammen, ohne eine Position für oder gegen eine Partei zu beziehen. Wir wollen sowohl zwischen den Jugendverbänden als auch innerhalb der Verbände Diskussionen über Europa anregen und unsere eigene Position für ein geeintes Europa in diesen Organisationen stärken. Den Mitgliedern der JEF, die zugleich Mitglieder von Parteien sind, kommt dabei eine wichtige Rolle als Vermittler*innen zwischen JEF und Parteien und damit auch zwischen Parteien und Zivilgesellschaft zu.

Konkrete Punkte der Zusammenarbeit zwischen JEF und Parteijugenden sind dabei wechselseitige Besuche von (Landes-)Kongressen, Konferenzen, Landesmitgliederversammlungen oder Seminare, Treffen der Vorstände, Besuche von Stammtischen und natürlich gemeinsame europapolitische Veranstaltungen. Die Überparteilichkeit der JEF muss dabei natürlich stets gewahrt bleiben.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Parteien und JEF soll sich dabei selbstverständlich nicht auf die Landesebene beschränken, sondern auch auf Kreisebene stattfinden. Als zu wählender Landesvorstand wollen wir dabei natürlich unterstützend zur Seite stehen und gegebenenfalls die nötigen Kontakte herstellen. Andersherum würden wir uns aber auch darüber freuen, wenn die Kreise ihre besonderen Kontakte zu den Parteien und deren Jugenden für unsere Arbeit im Landesvorstand zur Verfügung stellen könnten.

Bei der Zusammenarbeit mit anderen politischen Akteur*innen muss es für uns selbstverständlich sein, sich auf solche zu beschränken, die die Ziele und Werte der JEF – also ein geeintes Europa auf Basis der Menschenrechte – teilen. Unsere Überparteilichkeit bedeutet gerade nicht, dass wir keine Werte haben – für die wir einstehen – oder apolitisch sind. Ganz im Gegenteil! Daher verbietet sich jegliche Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland (AfD) oder ihrer Jugendorganisation der JungenAlternative (JA). Die AfD ist eine klar anti-europäische und rechtsextreme Partei, von der wir als JEF uns in aller Deutlichkeit abgrenzen müssen. Diese sogenannte „Alternative“ steht für ein Europa konkurrierender Nationalstaaten, in dem Abschottung das wichtigste Ziel der Politik ist und Menschenrechte nachrangig sind. Das ist das Gegenteil dessen, was wir als JEF anstreben. Daher begrüßen wir als JEF Niedersachsen nochmal explizit den Unvereinbarkeitsbeschluss des Bundesverbands zur gleichzeitigen Mitgliedschaft bei der JEF und der AfD/JA. Wir werden diesen Beschluss selbstverständlich konsequent umsetzen und in unserer politischen Arbeit darauf achten, nichts zu tun, was die AfD stärken oder als „ganz normale Partei“ erscheinen lassen könnte. Daher werden wir – in Übereinstimmung mit dem Bundesverband – keine AfD/JA-Vertreter*innen zu unseren Veranstaltungen einladen und nicht an AfD/JA-Veranstaltungen teilnehmen. Nötigenfalls werden wir gegen diese Veranstaltungen der AfD/JA demonstrieren und gegen die Feind*innen Europas auch auf die Straße gehen.

Sonstige Zusammenarbeit
Als JEF wollen wir natürlich nicht nur mit Parteien und ihren Jugendorganisationen zusammenarbeiten, sondern auch die Kontakte in die übrige Zivilgesellschaft ausbauen. Europa betrifft inzwischen so viele Politikfelder, beispielsweise Umweltschutz, Menschenrechte oder Arbeitsbedingungen, dass sich viele zivilgesellschaftliche Organisationen auch mit europäischer Politik beschäftigen. Das bietet für uns die Chance, für eine stärkere europäische Zusammenarbeit zu werben und Debatten über Europa innerhalb derZivilgesellschaft anzustoßen. Außerdem können wir einen wichtigen Beitrag dazu leisten, bei gesellschaftlichen Diskussionen die europäische Perspektive stärker in den Fokus zu rücken. Daher wollen wir sowohl auf der Landesebene als auch in den Kreisverbänden die Zusammenarbeit mit anderen Zivilgesellschaftlichen Organisationen ausbauen. Das ist ein Bereich der bis jetzt, trotz seiner Wichtigkeit, noch nicht genug angegangen wurde. Verstärkte Kooperation mit anderen NGOs bietet außerdem die Möglichkeit, die JEF unter politisch interessierten Menschen noch bekannter zu machen und kann somit auch einen Beitrag dazu leisten, die JEF pluralistischer zu machen. Die Zusammenarbeit kann sich dabei ähnlich gestalten wie mit den Jugendorganisationen der Parteien.

8. Mit der EUD Niedersachsen kooperieren

Es gilt für uns, ein gutes Verhältnis sowie ständigen Kontakt und Austausch zur EUD Niedersachsen zu wahren. Deshalb wollen wir klären, wie sich die Beziehung zur EUD in den einzelnen Kreisverbänden, aber auch auf Landesebene gestaltet. Dabei wollen wir bestehende Kontakte pflegen und dort wo Bedarf ist, aufbauen und intensivieren. Zudem wollen wir alle in unserem Verband ermutigen, sich verstärkt in die Vorstände der EUD Kreisverbände in Niedersachsen einzubringen und diese durch JEF-Kandidaturen weiblicher und jünger zu machen. Es gilt bei alldem stets eine kritische Loyalität zu wahren mit der Freiheit, sich von der EUD Niedersachsen in Punkten abzugrenzen, mit denen wir nicht einverstanden sind. Dies sollte aber immer im Rahmen eines respektvollen und freundschaftlichen Umgangs geschehen, der von einer funktionierenden und offenen Kommunikation geprägt ist und zeigt, dass wir trotz Meinungsverschiedenheiten zwei zusammenhängende Organisationen sind, die letztendlich das gleiche Ziel verfolgen – ein friedliches, starkes und föderales Europa.

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