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Europäisches Bewusstsein – der Europatag zum Feiertag

Als Mitglieder der JEF fühlen wir uns bereits als Europäer*innen und das Europäische ist bereits Teil unseres Selbstverständnisses geworden. Damit wir unsere Ziele erfolgreich umsetzen können, ist es nötig, möglichst viele Menschen in Europa damit anzustecken. Die Frage bezüglich der europäischen Integration soll nicht mit einem „ob“, sondern mit einem „wie“ beginnen. Dafür ist es nötig, dass Europa nicht nur von einem kühl kalkulatorischen Standpunkt aus betrachtet wird, sondern, dass alle Bewohner*innen Europas auch ein nicht-in- Frage-stehendes Zusammengehörigkeitsgefühl zu einander entwickeln.

Der neunte Mai ist ein historisches Datum, an diesem Tag im Jahr 1950 schlug der französische Außenminister Schuman in seiner Erklärung die Schaffung einer Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl vor. Aus dieser Idee entstand die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, der Vorläufer der Europäischen Union. Dieser Tag ist damit auch heute noch von großer Bedeutung, markiert er doch den Beginn einer tiefen europäischen Integration. 1985 ist er dann vom Europäischen Rat als Gedenktag beschlossen worden.

Insbesondere in der niedersächsischen Feiertagsdebatte zeigt sich, dass die führenden Politiker* innen wenig Fingerspitzengefühl beweisen. Die Einführung des Reformationstages als neuen niedersächsischen Feiertag würde unserer Meinung nach ein falsches Signal setzen. Dieser Feiertag reihe sich nämlich in die übrigen christlichen und konfessionellen Feiertage ein. Mit dem Europatag als überkonfessionellen Feiertag würde aber unserer immer diverser und säkularer werdenden Gesellschaft Rechnung getragen. Gerade auch im Kontext der aktuellen Geschehnisse in Europa und der veränderten Sicherheitslage in der Welt würde ein klares sowie niedrigschwelliges Bekenntnis zu Europa in Form des Feiertages einen wichtigen Beitrag leisten. So würde dieses wichtige Friedensprojekt auch mehr in das Bewusstsein der Menschen gerückt und das Vorurteil, dass Europa lediglich ein Elitenprojekt sei, abgebaut werden.

Wir als JEF fordern, den neunten Mai als gesetzlichen Feiertag zu verankern, um so die wachsende Bedeutung Europas zu verdeutlichen. Alle Europäer*innen sollen die Möglichkeit haben diesen Tag feierlich zu begehen und mit Veranstaltungen alle Menschen für ein „in Vielfalt geeint[es]“ Europa zu begeistern.

Begründung
Der Europatag als Feiertag würde ein sichtbares und leicht verständliches Zeichen für ein europäisches Wir-Gefühl darstellen. Der solidarische und inklusive Gedanke der Europäischen Einigung kann damit auch an Menschen aller sozialen Schichten und Herkünften erleichtert vermittelt werden.

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