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Agenda 2020

1. Prélude

Die vorliegende Agenda dient allen JEFer*innen in Niedersachsen als Grundlage für die politische Arbeit. Der Fokus hinsichtlich unseres inhaltlichen Profils wird dabei verstärkt auf unsere auf Landes- und Bundesebene bereits bestehenden Beschlüsse gelegt. Darüber hinaus wollen wir zukünftig unseren Schwerpunkt auch auf zu fassende Beschlüsse legen. Ein zentraler Bestandteil ist jedoch bereits heute gegeben: Die neue Agenda drückt unser grundsätzliches Politikverständnis als JEF Niedersachsen aus und gibt neuen sowie langjährigen JEFer*innen einen Ausblick auf das kommende Jahr.

Besonders hervorheben möchten wir, dass die Erstellung der Agenda grundsätzlich allen JEFer*innen ermöglicht wurde. Die hier verabschiedeten Passagen dienen dem neuen Vorstand der JEF Niedersachsen als Arbeitsgrundlage, definieren sein Aufgabenspektrum und gewährleisten somit eine kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit.

Dennoch sind alle definierten Aufgaben nicht ausschließlich durch den gewählten Vorstand zu bearbeiten. Ein erfolgreicher Verband in der Fläche lebt davon, dass sich alle aktiven Mitglieder einbringen und Engagement zeigen. Der Vorstand ist zwar ein leitendes Gremium bei den JEF, setzt diesen Führungsanspruch aber hauptsächlich als koordinierendes Gremium ein. Er soll demnach dafür Sorge tragen, dass gemeinsam mit allen aktiven JEFer*innen die einzelnen Punkte der Agenda bearbeitet und in die Praxis umgesetzt werden. Grundsätzlich ist ein Mitmachen, Mitwirken und Mitentscheiden aller JEFer*innen zu ermöglichen und zu fördern. Im Gegenzug sind alle aktiven JEFer*innen dazu eingeladen, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu beteiligen – sei es durch neue Ideen oder durch Mithilfe bei politischen Aktionen. Die Mitarbeit bei den JEF als politischer Verband ist dabei stets attraktiv für junge Menschen zu gestalten.

2. Selbstverständnis – Wir als Junge Europäische Föderalist*innen

Die Jungen Europäischen Föderalist*innen (JEF) sind ein europaweiter Jugendverband, den es seit 1949 gibt. Wir setzen uns für das Zusammenwachsen Europas unter den Vorzeichen von Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit ein. Wir wollen Weltoffenheit und Bürger*innennähe auf allen Ebenen – Dinge, die in der Europäischen Union leider nicht immer gegeben sind.

Die Entwicklung der Europäischen Union verfolgen wir daher mit kritischer Sympathie. Wir gehören zu denen, die sich für die Verabschiedung einer wirklichen Europäischen Verfassung zum schnellstmöglichen Zeitpunkt stark machen, da nur so das Europa von morgen demokratisch und durchschaubar sein wird. Grundlage unserer politischen Arbeit ist das Hertensteiner Programm der Europäischen Föderalisten aus dem Jahr 1946, das heute noch genauso aktuell wie damals ist.

Doch was bedeutet es eigentlich, Mitglied eines pro-europäischen und nach Föderalismus strebenden Vereins wie den JEF zu sein? Welche Grundwerte zeichnen unseren Verein aus?

a. Jung

Unser Hauptanliegen ist, Europa für Jugendliche erfahrbar zu machen. Die Begegnung mit jungen Menschen aus anderen europäischen Ländern hat das Selbstverständnis jedes/jeder JEFer*in verändert und nicht wenige von uns gehen zum Studieren oder Arbeiten in andere EU-Mitgliedstaaten. Auch die Vernetzung und der Austausch mit der Jugend der EU ist eines unserer Herzensangelegenheit. Aus Erfahrung wissen wir, dass „diese jungen Leute“ nicht immer ernst genommen werden. Daher möchten wir uns als Verband in erster Linie für junge Menschen einsetzen, um ihnen eine Stimme zu verleihen. Konkret bedeutet das, dass wir uns für eine Absenkung des Wahlalters stark machen, weitere Partizipationsmöglichkeiten für junges Engagement schaffen möchten und durch gezielte Jugendarbeit die Selbstorganisation junger Menschen fördern wollen. Wir werden uns zu einem Jugendverband weiterentwickeln, der sich für Jugendliche aktiv einsetzt und in dem sich junge Menschen wohlfühlen, so dass wir auch Schüler*innen durch eigene Jugendarbeitsgruppen ein politisches Zuhause bei den JEF bieten können.

b. Europapolitisch

Wir erkennen, dass die JEF eine parteipolitisch unabhängige Organisation ist, deren grundlegender und verbindender Wert die pro-europäische Einstellung ist. Jedoch möchten wir auch nachdrücklich erwähnen, dass die JEF keine apolitische Organisation ist und sein kann. Mit dem politischen Programm der JEF-Deutschland und des europaweiten Vereins wurde ein Versuch unternommen, die politischen Positionen und Forderungen der JEF auszudrücken und niederzuschreiben. Ein großes Anliegen der JEF Niedersachsen ist eine intensive und auch kritische Auseinandersetzung mit eben diesen politischen Positionen. Wir dürfen als JEF Niedersachsen aber trotzdem nicht davor zurückschrecken, ein eigenes inhaltliches Profil zu entwickeln und nach außen zu vertreten. Erst mit einer inhaltlichen Profilschärfung schaffen wir es, an Sichtbarkeit zu gewinnen und diese Profilschärfe in Verbindung mit unserer Überparteilichkeit als Stärke auszuspielen. Gerade unsere Überparteilichkeit dient dann dazu, die JEF als Zentrum pro-europäischer Kräfte zu etablieren. In dieser Situation wird es dann unsere Aufgabe sein, eine konkrete Europa-Vision zu definieren und über unsere Multiplikator*innen verbreiten zu lassen. Wir wollen nicht weiter das Spiel am Seitenrand kommentieren und als nüchterne Europa- Expert*innen gelten, sondern aktiv am Geschehen teilnehmen, eigene Akzente setzen sowie andere für unsere Ansichten mitreißen und begeistern!

c. Föderalistisch

In einer global vernetzten Welt können klimatische, soziale sowie wirtschaftliche Disparitäten nicht national bekämpft werden. Wir sind davon überzeugt, ein Problem auf der Ebene angehen zu müssen, auf der es am besten gelöst werden kann. Daher tragen wir den Föderalismus nicht ohne Grund im Namen. Nur leider wurden wir in der Vergangenheit viel zu selten für diesen Teil unseres Selbstverständnisses wahrgenommen. In diesem Sinne möchten wir uns intensiv darum bemühen, ein Föderalismus-Konzept, das dieses Politikverständnis einfach aufbereitet, zu erarbeiten und nach außen zu vertreten. Dies kann unserer Ansicht nach nur durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem gesamten Verband erfolgen. Diesen Prozess möchten wir dabei nicht eng vorgeben, sondern bewusst offen gestalten, da wir beim Begriff Föderalismus Dynamiken erkennen, die sich nicht eng eingrenzen lassen. Wir wollen also ohne eine konkrete Ergebniserwartung in den offenen und niedrigschwelligen Austausch mit unseren Mitgliedern in Niedersachsen treten. Im Anschluss wollen wir den Föderalismus als feste und eigene Verbandssäule der JEF Niedersachsen etablieren, um darüber ein partielles Alleinstellungsmerkmal zu schaffen, damit Menschen aus diesem Grund bei uns aktiv werden wollen!

Diese drei Verbandssäulen unseres neuen Selbstverständnisses werden wir aber nur etablieren können, wenn wir sie mit dem gesamten Verband leben. Wir werden sie also bei unserer Bildungsarbeit sowie Treffen einfließen lassen und die gesamte Breite unserer Organisation damit konfrontieren. Eine innerverbandliche Auseinandersetzung dessen ist jedoch nur die halbe Miete, so dass wir auch und insbesondere nach außen diese Verbandssäulen leben wollen. Erst durch beiderseitige Umsetzung können wir die JEF Niedersachsen auf ein breiteres Fundament stellen und unser Verbandspotential voll ausspielen.

3. Woher wir kommen, wohin wir gehen

Im Jahr nach der Europawahl und vor der deutschen Ratspräsidentschaft stehen wir als Junge Europäische Föderalist*innen wieder vor großen Herausforderungen. Gerade in dieser entscheidenden Zeit europapolitischer Aufmerksamkeit offenbart sich, dass die EU vor der Aufgabe steht, Mammutprojekte unserer Generation lösen zu müssen. Anders als sonst gibt es eine große Anzahl von Menschen die zunehmend der Meinung sind, dass einzig die Europäische Union im Stande sein wird, diese kolossalen Herausforderungen zu meistern. Das ist eine Entwicklung, die wir als JEF nicht nur wahrnehmen, sondern auch positiv für uns nutzen wollen. Wir müssen auf diese Menschen zugehen und aus ihren Hoffnungen konkretes politisches Handeln ableiten, um die EU voranzubringen und für die anstehenden Aufgaben zu wappnen. Zu lange hat sich der allgemeine Zeitgeist damit aufgehalten, zu fragen, ob es nun mehr oder weniger Europa sein soll. Für uns als JEF muss spätestens seit der Europawahl feststehen, dass es für uns nur noch die Frage geben kann, welches Europa es denn nun sein soll. In diesem Sinne müssen wir jeden Tag für unsere Vision eines Europas von morgen eintreten, um die Menschen mitzureißen und für unser Europa zu begeistern!

Darüber hinaus ist für uns als pro-europäischer Jugendverband die anstehende Konferenz zur Zukunft Europas von zentraler Bedeutung. Als JEF Niedersachsen begrüßen wir in erster Linie die von Ursula von der Leyen angekündigte Konferenz zur Zukunft Europas (Conference on the Future of Europe). Wir stellen jedoch ganz klar heraus, dass wir dieses Projekt im Auge behalten und konstruktiv kritisch begleiten werden. Eine tatsächliche Bürger*innenpartizipation erfordert viel Arbeit und muss gut ausgearbeitet sein, damit die Bürger*innen diese Form auch entsprechend annehmen. Allein dadurch, dass die Möglichkeit zur Partizipation allen Menschen ermöglicht werden muss, ohne soziale oder sonstige Hürden! Nur gemeinsam können wir uns ein Europa formen, das wir uns alle wünschen! Bei der Gestaltung und Verbesserung der Europäischen Union müssen wir alle mitnehmen! Wenn Frau von der Leyen eine reale Partizipation der Bürger*innen verspricht, muss dieses Versprechen auch erfüllt werden! Wir fordern, dass den Teilnehmenden bei dieser Konferenz ermöglicht wird, ihre Vorstellungen und Ideen, zum Beispiel in Form von Reformvorschlägen, welche im Parlament und in der Kommission bearbeitet werden müssen, einbringen zu können! Wir sehen diesem Vorhaben also mit freudiger Erwartung entgegen, werden aber nicht davor zurückschrecken, unsere kritische Meinung dazu kundzutun. Nichtsdestotrotz begrüßen wir diese Initiative und möchten unseren Teil dazu beitragen, dass diese Konferenz ein voller Erfolg zivilgesellschaftlicher Teilhabe wird. Wir hoffen, dass diese Konferenz ein erster Schritt in Richtung einer Europäischen Verfassung ist!

Ungeachtet dessen müssen wir jedoch weiterhin erleben, dass die Krisen, die die EU zutiefst erschüttert haben und weiterhin erschüttern, bei Weitem nicht gelöst worden sind und Nachwirkungen dieser weiterhin anhalten. Trotz der Erfahrungen der vergangenen Europawahl und der neuen Kommission ist nach wie vor festzustellen, dass der europäische Haushalt keinen Spielraum für progressive Sprünge bereithält, eine gemeinsame Migrations- und Flüchtlingspolitik nach wie vor in weite Ferne gerückt erscheint und die soziale Spaltung in der EU stetig zunimmt. Hinzu kommt mit dem vollzogenen Brexit eine weiterhin anhaltende Hängepartie in den nun neu zu verhandelnden Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU, bei denen für alle deutlich werden muss, dass das Vereinigte Königreich einen europäischen Standard nach dem nächsten über die Klinge springen lässt. Nicht ohne Grund wird die Europäische Union in den Mitgliedstaaten seitdem so positiv wie nie bewertet und es tun sich immer noch zahlreiche pro-europäische Bewegungen hervor. Ein Beweis dafür, dass die Menschen verstanden haben, wie wichtig die EU zur Sicherung und Wahrung wichtiger Werte, Grundprinzipien sowie gemeinsamer Standards ist. Dies sollte uns zumindest positiv für die kommenden Monate stimmen.

In diesem Sinne geht es für uns umso mehr um die Frage, wie wir die Europäische Union auf der heutigen Grundlage – mit ihren Werten, Grundprinzipien und gemeinsamen Standards – sinnvoll weiterentwickeln können. Als JEF müssen wir dieses als besondere Situation begreifen und unsere Kampagne “Generation E – Mach’ was draus!” durch konkrete inhaltliche Angebote zum Auftakt verhelfen. Für uns gibt es nichts schöneres als ein Wettbewerb um die besten Ideen für die Zukunft Europas, weil wir uns dadurch gleichzeitig von Abwehrdiskussionen zugunsten der Europäischen Union befreien. Auch die Tatsache, dass wir uns nach Jahren wieder als Teil einer sich zunehmend politisierenden Jugend begreifen, sollte uns zuversichtlich stimmen, da es sich in der Vergangenheit mehr als deutlich gezeigt hat, dass diese Bewegung mit unserem Politikverständnis übereinstimmt. Und zwar durch die Erkenntnis, dass europäische oder gar globale Probleme sowie Herausforderungen nicht nur vor der eigenen nationalen oder regionalen Haustür bewältigt werden können. Ein im Kern durch und durch föderalistischer Blick auf die Probleme unserer Zeit! In diesem Sinne sollten wir noch mutiger sein, um für unser Föderalismus-Konzept zu werben und andere davon zu begeistern!

Nichtsdestotrotz ist die europäische Idee weiterhin von Populist*innen, rechten Kräften und Extremist*innen, die sich auch in Deutschland immer stärker radikalisieren, bedroht. Dabei weigern sich diese, dass die Nationalstaaten Kompetenzen an eine supranationale Struktur abgeben und verstehen Brüssel als ein vermeintliches Elitenkartell. Dabei machen sie es sich besonders leicht und liefern unterkomplexe Antworten zu den europäischen Problemen: Ohne Euro keine Eurokrise, ohne Schengen keine Flüchtlingskrise und ohne Europäisches Parlament kein Demokratiedefizit in der EU. Wir müssen es uns zur Aufgabe machen, die Menschen ordentlich hierüber aufzuklären, sodass nicht noch mehr dieser billigen Masche auf den Leim gehen!

Die Wahl zum Europäischen Parlament ist für uns stets von zentraler Bedeutung, da sie die einzige direkt gewählte europäische Institution ist und die Zivilgesellschaft hierbei die größte Chance hat, die europäische Demokratie entscheidend mitzugestalten. Daher war es für uns eine besondere Freude, dass wir bei der letzten Wahl mit 61,4 % die höchste Wahlbeteiligung seit 1994 bei Europawahlen erzielen konnten. Diese historisch hohe Wahlbeteiligung können wir dabei ganz selbstlos auf die fantastische Mobilisierung der Zivilgesellschaft zurückführen, da die Parteien es wieder einmal verpasst haben, einen europäischen Wahlkampf zu führen und entsprechende Lösungskonzepte anzubieten. Dieses Bild bestätigte sich in allen Nachwahlbefragungen und lässt die Frage offen, wieso es wiederholt dazu kam, dass die Parteien in ihrem nationalen Korsett verhaftet blieben.

So gilt für uns nur noch mehr, dass wir mit unseren inhaltlichen Forderungen weiterhin sichtbar bleiben und die europapolitische Arbeit kritisch – aber konstruktiv – begleiten müssen. Das ist auch der Grund dafür, warum wir uns von anderen pro-europäischen Bewegungen und Kampagnen abheben, deren Arbeit nur auf die emotionale Ansprache oder destruktive Skandalisierung Europas abzielen. Wir müssen es uns zur Aufgabe machen, all den Menschen, die in diesen Kampagnen und Bewegungen aktiv sind, ein politisches Zuhause anzubieten, indem wir ihnen den einzigartigen Mehrwert der JEF aufzeigen. Nur mit überzeugten Europäer*innen und zahlreichen Aktiven werden wir unsere Ziele und Vorhaben verwirklichen können. Daher werden wir uns als JEF Niedersachsen verstärkt darum bemühen müssen, unseren Verband attraktiv, offen und partizipativ auszugestalten. Wir erhoffen uns zudem, dass sich für uns als JEF im Zuge der Politisierung der Jugend neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben und wir junge Mitglieder gewinnen, die besondere Impulse setzen. Insbesondere in den letzten Monaten hat uns die Corona-Krise vor Augen geführt, dass die EU in ihrer jetzigen Form nicht gewappnet dafür ist, solche Krisen zu bewältigen. Fehlende Kompetenzen, nationale Alleingänge wie beispielsweise Grenzschließungen oder das Beschlagnahmen von Schutzausrüstung zeigen auf, dass es einer Europäischen Föderation bedarf. Sie ist eine mutige und notwendige Antwort auf diesen “Corona- Nationalismus”.

Unserer Ansicht nach muss die Bekämpfung der nächsten Pandemie europaweit koordiniert werden. An diesem Punkt denken wir, dass dem “Corona-Nationalismus” europäische Solidarität entgegengesetzt werden muss. Globale Pandemien können nicht national bekämpft werden – man muss ihnen supra- und international begegnen. Der Trend zu nationalen Alleingängen muss hierbei kritisch überprüft und auch verurteilt werden.

4. Projekte des kommenden Amtsjahres

Um unsere in Punkt 3 geschilderten Ziele bestmöglich zu erreichen, möchten wir uns im kommenden Amtsjahr verschiedenen Projekten widmen, die im Folgenden aufgeführt werden.

European Youth Event

Im Mai 2020 wären wir Junge Europäische Föderalist*innen Niedersachsen mit einer großen Gruppe (34 Mitfahrer*innen) zum European Youth Event nach Straßburg gefahren. Die Planung und ein Großteil der Organisation wurde bereits vom ehemaligen Landesvorstand gemanaged. Aufgrund von COVID 19 wurde das EYE nun leider verschoben. Sobald ein neuer Termin bekannt gegeben wird, gilt es neue Unterkünfte zu buchen, die möglichst günstig sind, sodass alle Teilnehmer*innen auch zum neuen Termin mitkommen können. Vor Ort werden wir versuchen einen reibungslosen Ablauf dieser Reise zu garantieren, ein tolles Erlebnis für unsere Mitglieder zu schaffen und unsere föderalistischen Ideen gut zu vertreten. Auch wenn alle Mitfahrer*innen einzeln an den angebotenen Aktivitäten teilnehmen, sollen Team-Building und gemeinsame Aktivitäten natürlich nicht zu kurz kommen. Dazu gehören beispielsweise gemeinsame Mahlzeiten, Abendaktivitäten und eine gemeinsame Stadtführung am Sonntag.

Balkan-Beats Tour bzw. Webinar

Gemeinsam mit den JEF Hamburg und der JEB Berlin-Brandenburg war für September 2020 ein Jugendaustausch nach Nordmazedonien und Albanien geplant. In Anbetracht der Beitrittsgespräche mit diesen zwei Ländern, der Absage durch den französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie die Beitrittsreform der Europäischen Kommission ist dieser Austausch von aktueller Brisanz und hätte es uns ermöglicht thematisch praktisch zu arbeiten. Leider müssen wir auch diese Fahrt aufgrund der Corona- Pandemie absagen. Wir hoffen, dass wir die Fahrt im Jahr 2021 nachholen können, besonders viele unserer Mitglieder an der Fahrt teilnehmen und sich konstruktiv mit Jugendorganisationen und zivilgesellschaftlichen Akteuren vor Ort austauschen. Die Fahrt ermöglicht unseren Mitgliedern zudem sich mit JEFer*innen aus anderen Landesverbänden zu vernetzen. Der Landesvorstand kann durch die verstärkte Zusammenarbeit mit der JEF HH und der JEB auch vieles lernen, sodass sich eine langfristige Kooperation entwickelt werden kann. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit mit unseren Partner*innen vor Ort, mit denen man, falls es passt, ein Twinning Programm aufbauen könnte (JEF North Macedonia oder Albanian Youth Congress), was eine langfristige Kooperation und weitere Austausche und Besuche ermöglicht. Da das Thema des Austauschs nicht aufschiebbar ist, haben wir uns gemeinsam mit den anderen Landesverbänden dazu entschieden, im Herbst gemeinsam ein Webinar durchzuführen, welches als inhaltliche Vorbereitung für die Fahrt in 2021 dienen kann und Interesse an diesen spannenden Ländern wecken soll.

Neumitgliederoffensive und Infokit-Neumitglieder

Es ist im Interesse der JEF Niedersachsen weitere Mitglieder zu gewinnen. Dafür wollen wir eine Kampagne zur Werbung von weiteren Neumitgliedern starten, diese soll auch gezielt Nicht-Studierende ansprechen. Hier muss im Vordergrund stehen, auch mit den Kreisverbänden vor Ort geeignete Werbung zu gestalten.

Daher sollen zusätzliche Neumitgliederabende (online) veranstaltet werden, die neue (oder potenzielle) Mitglieder mit der Struktur und den programmatischen Inhalten der JEF Niedersachsen bekannt machen sollen. Zudem soll überlegt werden, ob es gesonderte Infoabende bspw. zur Frauen*-, Queer- oder POC-Vernetzung geben soll, um Schutzräume und besondere Kennenlernforen zu schaffen, um hürdenarm sowie inklusiv innerhalb der JEF durchstarten zu können und auf individuelle Bedürfnisse achten zu können. Um den einzelnen KVs diese Aufgabe zu erleichtern wird der neue Landesvorstand ein Infokit für Neumitglieder zusammenstellen. Dieses soll auf Veranstaltungen Interessierten mitgegeben werden können. Außerdem soll es den KVs die Arbeit erleichtern, die Arbeit und Organisation der JEF zu erklären. Die KVs werden an der Erstellung des Infokits mitarbeiten können. Den Mitgliedern, die nicht an der Erstellung beteiligt waren, wird nachher das Infokit und die Arbeitsweise mit diesem genau erklärt.

Diversität der JEF auf Kreis-, Landes- und Bundesebene fördern

Ziel der JEF Niedersachsen ist es, sich diverser aufzustellen. Daher wollen wir ein inklusives Umfeld für Angehörige von Minderheiten wie POC, LGBTQI+ und anderen marginalisierten Gruppen schaffen. Darüber hinaus wollen wir uns auch aus dem Elfenbeinturm lösen, und somit gezielt Mitglieder außerhalb der Studierendenschaft gewinnen.

Evaluierung der Umfrage

Der neue Landesvorstand möchte die Ergebnisse der Umfrage, die über die Zufriedenheit der Mitglieder mit der Arbeit der JEF Niedersachsen durchgeführt wurde, gerne nutzen und damit weiterarbeiten. Die konstruktive Kritik der Umfrage kann und soll die Arbeit des Vorstands bestmöglich verbessern.

Freizeitaktionen

Wir wollen unseren Verband im kommenden Jahr wieder stärker zusammenwachsen lassen. Bei den JEF arbeiten wir nicht nur politisch zusammen, sondern hier entstehen auch wunderbare Freund*innenschaften. Um diesen Gedanken wieder mehr in den Vordergrund treten zu lassen, wollen wir verstärkt zusätzliche Aktionen in lockerer Atmosphäre anbieten. Hierzu zählen z.B. Abendveranstaltungen wie Filmabende, der gemeinsame Besuch von Kulturveranstaltungen oder Gesellschaftsspiele-Abende genauso wie beispielsweise ein gemeinsames Sommerfest.

Stickeraktion mit den KVs im Sommer durchführen

Grundsätzlich wäre eine Stickeraktion mit den KVs wünschenswert. Da aber noch nicht abgesehen werden kann, inwiefern Straßenaktionen wieder stattfinden können, wird im Laufe des Jahres geprüft, ob eine Durchführung möglich ist.

Landtagsbesuch im Europaausschuss

Wie auch schon im letzten Jahr möchten wir unseren Mitgliedern ermöglichen, Europapolitik auf Landesebene kennenzulernen und die Arbeit eines Europaausschusses hautnah mitzuerleben. Wir werden einen Besuch organisieren, sobald dies wieder möglich sein wird.

Besuche anderer europäischer Institutionen

Neben dem Besuch des niedersächsischen Landtags plant die JEF Niedersachsen auch den Besuch anderer europäischer Institutionen, wie der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Dort soll die europäische Geldpolitik nicht nur genauer erklärt, sondern auch kritisch diskutiert werden. Solche Besuche sind jedoch nur möglich, wenn die Corona-Pandemie dies wieder bedenkenlos zulässt.

5. Arbeitsweise des Vorstands

Der Landesvorstand der JEF Niedersachsen repräsentiert den Verband nach außen und ist gleichzeitig der organisatorische Kopf. Im Folgenden soll kurz verbindlich dargelegt werden, wie der künftige Vorstand zusammenarbeiten und seine Arbeit organisieren möchte. Die genaue Arbeitsweise soll in zeitlicher Nähe von der LMV in einer Klausurtagung besprochen werden.

Eine zielorientierte und kollegiale, freundschaftliche Zusammenarbeit stellt für uns eine vielversprechende Basis eines erfolgreichen Landesvorstandes dar. Dies impliziert den fairen Umgang miteinander sowie eine angenehme Arbeitsatmosphäre mit möglichst geringen Hierarchien. Um diese zu erreichen, sollen Aufgaben gleichmäßig auf alle Schultern verteilt werden, sodass niemand zu sehr belastet wird, aber sich auch nicht ausgeschlossen oder unterfordert fühlt. Damit dies erfüllt werden kann, müssen die Zuständigkeiten zu Beginn der Vorstandsarbeit eindeutig besprochen werden und in regelmäßigen Abständen wieder überprüft und ggf. neu verteilt werden. Hierbei soll gelten, dass jede*r die Aufgaben übernimmt, für die er*sie sich besonders interessiert oder bei denen er*sie neue Erfahrungen sammeln will. Probleme oder Überlastung sollen direkt und offen angesprochen werden, sodass auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen werden kann. Volle Transparenz der Zuständigkeiten und transparenter Wasserstand bei Projekten vereinfachen die Koordination zwischen den Vorstandsmitgliedern. Wir wollen uns hiermit zudem gegenseitig ermutigen nach Hilfe zu fragen und diese auch anzunehmen, wenn man sie braucht. Zusammen sind wir stark!

Die Vorstandssitzungen sollen in einem regelmäßigen Turnus stattfinden, der noch festgelegt wird. Hierbei möchten wir eine hohe Anwesenheitsquote erreichen, um möglichst effizient zu arbeiten. Sollte jemand nicht teilnehmen können, sollte er*sie absagen, sodass der*die Vorsitzende*r sowie die anderen Mitglieder des Landesvorstands die Sitzung besser planen können und ggf. Informationen vorab von den fehlenden Mitgliedern erfragen können.

Zusätzlich zu den Vorstandssitzungen finden einmal im Quartal die Landesbeiratssitzungen statt, bei denen immer möglichst viele Vorstandsmitglieder anwesend sein sollten, damit ein intensiver Austausch zwischen den Gremien und dem Landesvorstand mit den Kreisverbänden erfolgen kann.

Auch neben den Beiratssitzungen ist der Landesvorstand Ansprechpartnerin für die Kreisverbände und möchte ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ob strukturelle Hilfe, finanzielle Unterstützung bei Projekten oder Vernetzungsarbeit: Der Vorstand setzt sich zum Ziel, die Arbeit in den Kreisverbänden zu stärken und zu erleichtern. Gemeinsame Projekte, wie zum Beispiel die Durchführung eines Seminars mithilfe eines Kreisverbands, sollen möglichst geringe Hierarchien im Landesverband schaffen.

Um die Übergabe der Vorstandsarbeit allgemein zu erleichtern, wurden die Kandidierenden für den neuen Landesvorstand bereits zu den letzten Vorstandssitzungen der aktuellen Amtsperiode eingeladen. Durch diese Schnupperphase wollten wir den Kandidierenden die Möglichkeit geben, einen Einblick in die Vorstandsarbeit zu erhalten und die laufenden Projekte kennenzulernen. Die ehemaligen Vorstandsmitglieder bemühen sich dennoch auch nach der Landesmitgliederversammlung darum, die neuen Mitglieder in ihre jeweiligen Zuständigkeitsbereiche einzuarbeiten.

a. Budgethoheit/Finanzen

Aufgrund des fortbestehenden Wachstums des niedersächsischen Landesverbandes – zuletzt durch die Gründung der JEF Oldenburg – können wir weiterhin auf ein wachsendes Reservoir finanzieller Zuwendungen seitens der EUD Niedersachsen zurückgreifen. Durch die Zusicherung von Fördergeldern der EUD ist es uns weiterhin möglich, umfangreiche Projekte umzusetzen und durchzuführen. Die entstehenden Reisekosten für das European Youth Event oder die bewilligten Mittel für den Balkanaustausch, der aufgrund der aktuellen Situation möglicherweise nicht stattfinden kann, können im Rahmen anderer Veranstaltungen im kommenden Jahr erneut beantragt werden. Wir sind zuversichtlich, dass die EUD auch trotz (und nach) Corona weiterhin ein starkes Interesse an der Förderung der Jugend verspürt.

Die bisherige finanzielle Handhabung im Landesverband bleibt weiterhin bestehen. Jeder Kreisverband der JEF Niedersachsen ist dem Landesverband finanziell untergegliedert und besitzt keine eigene Kasse. Daher werden entstandene Kosten weiterhin über den Schatzmeister per Erstattungsantrag abgerechnet. Jedoch gibt es an Universitäten und Hochschulen die Möglichkeit, sich als Initiative der Studierendenschaft anerkennen zu lassen, was den einzelnen KV’s ermöglichen kann, eine eigene Kasse zu haben und sich Projekte unkompliziert über die Studierendenschaft finanzieren zu lassen (die Anerkennung als Initiative bietet darüber hinaus auch nicht-monetäre Vorteile).

Erstattet werden veranstaltungsbezogene Ausgaben, welche den Sinn verfolgen:

  • Teilnehmende mit kleineren Speisen und Getränken angemessen, aber nicht zwangsweise sättigend, zu versorgen.
  • die Veranstaltung im Rahmen des Austragungsortes effizient und flächendeckend zu bewerben. Hierzu gehören beispielsweise Flyer, Plakate oder Werbung über soziale Medien (Facebook, Instagram).
  • für Referierende entstandene Kosten, wie Zugtickets, auszugleichen.
  • für Referierende kleine Aufmerksamkeiten als Ausgleich für ein nicht erhobenes Honorar oder einen vergünstigten Preis zur Verfügung zu stellen.
  • eventuelle Reisekosten von Mitgliedern der JEF zu decken, welche im Rahmen von landesverbandsspezifischen Aktivitäten Tickets erwerben mussten (ICE und IC werden nur nach einer gesonderten Genehmigung erstattet).
  • Werbematerial für Infostände, Infoabende oder ähnliches in Auftrag zu geben oder selbst zu produzieren.
  • Verwaltungskosten des Landesvorstandes zu decken.

Alkoholische Getränke werden weiterhin nicht erstattet, sofern sie nicht klar als Geschenke für Referierende (z.B. eine Flasche Wein) gekennzeichnet worden sind.

Die Erstattung von Ausgaben erfolgt über die Beantragung durch einen sogenannten Erstattungsantrag, welcher dem Schatzmeister zugestellt wird. Diese Zustellung kann entweder per Mail oder per Post erfolgen. Ein Antrag setzt sich aus den Belegen für die getätigten Ausgaben und dem Erstattungsantrag selbst zusammen. Ohne ausgefüllten Erstattungsantrag, in welchem Name, Zweck der Ausgabe sowie Kontodaten vermerkt werden müssen, findet keine Erstattung statt. Im Falle von Erstattungsgesuchen für Ausgaben, welche nicht der Zweckmäßigkeit unseres Vereins gemäß Satzung entsprechen, kann und wird die Erstattung abgelehnt werden. Es empfiehlt sich, mit Absenden des Antrags und der Belege einen kurzen Bericht anzufügen, in welchem Rahmen die Ausgaben entstanden sind, um so ein direktes Bild über den Ursprung der Ausgaben zu vermitteln.

Kleinere Ausgaben können ohne Rücksprache direkt eingereicht werden. Ist die zu beantragende Summer höher als 50,00 Euro, so wird im Vorhinein um eine kurze Absprache mit einem Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstandes gebeten.

Angesichts der aktuellen Lage rund um das Coronavirus, sodass Großveranstaltungen (wie beispielsweise das European Youth Event), oder größere Reisen zur Zeit nicht möglich sind, führt dies aktuell zu Kostenreduzierungen. Gleichzeitig sind wir weiterhin bemüht, Optimierungspotenziale, sowohl auf der Ertrags- wie auch auf der Kostenseite, weiterhin auszuschöpfen. Ungeachtet der aktuellen Lage achten wir bei Kostenreduzierungen insbesondere darauf, dass sie unsere Veranstaltungen und Tätigkeiten nicht wesentlich einschränken. Unser Ziel ist weiterhin, die Steigerung sowie Diversifikation unserer Einkünfte auszubauen. Durch weitere Ertragsquellen, vor allem aus Spenden und Fundraising, können wir neue Mittel neben den Zuwendungen durch die EUD gewinnen. Somit haben wir unsere aktuelle Finanzlage weiterhin im Blick und verfolgen unser Bestreben, durch die finanzielle Optimierung wie auch die Ausweitung unserer Einkünfte auch für kommende Projekte und Veranstaltungen finanzielle Mittel gezielt einsetzen zu können.

b. Klausurtagung

Die Klausurtagung des neuen Vorstands sollte zeitnah nach der Wahl stattfinden und nach Möglichkeit mit einer hohen Anwesenheit des neuen Vorstands. Aufgrund der aktuellen Situation kann es passieren, dass die Klausurtagung online stattfinden muss. Für den Vorstand kandidierende Menschen tun dies im Bewusstsein, dass eine Teilnahme an der Klausurtagung obligatorisch für die weitere Vorstandszusammenarbeit ist.

6. Kommunikation und Organisation

a. Kommunikation

Die JEF sind ein föderal organisierter Verband. Gerade deswegen müssen wir eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen unseren Kreisverbänden in Niedersachsen dem Bundes- sowie Europaverband einfordern. Denn nur durch eine gute – auf Austausch basierende – Zusammenarbeit können alle gemeinsam profitieren. An dieser Stelle möchten wir die konkrete Kommunikation in unserer eigenen Gruppe darstellen. In Zukunft muss es Ziel sein, die Kommunikation nach innen und außen schneller und regelmäßiger zu gestalten. Dafür sollten Mitglieder des Landesvorstands sich nur noch einem kleinem Aufgabenkreis widmen. Eine gerechte Aufteilung der Arbeit auf verschiedenen Schultern wird uns helfen, besseren, regelmäßigen Content für unsere Mitglieder und die Öffentlichkeit zu generieren.

1) Öffentlichkeitsarbeit

Ein zentraler Punkt der politischen Arbeit des Landesvorstandes wird weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit sein. Es reicht eben nicht aus, bloß gute Arbeit zu leisten und die richtigen Themen zu besetzen. Vielmehr muss dieses auch nach außen sichtbar werden und in die landesweite Debatte zu europapolitischen Themen einfließen. Als pro-europäische Jugendorganisation sind wir auf öffentliche Rezeption besonders angewiesen. Unsere Arbeit ist kein Selbstzweck. Öffentlichkeitsarbeit meinen wir hierbei nicht ausschließlich im klassischen Sinne. Natürlich werden wir weiterhin Pressemitteilungen zu aktuellen politischen Debatten und Veranstaltungen auf Landesebene und darüber hinaus herausgeben. Hierzu muss der Landesvorstand ein praktikables und effektives Verfahren – im Sinne einer Rapid-Response-Methode – erarbeiten, um möglichst zeitnah und zielgerichtet auf Themen zu reagieren sowie die Möglichkeit zu haben, eigene Themen auf Landesebene zu setzen.

Bereits im letzten Vorstandsjahr wurde die Öffentlichkeitsarbeit der JEF Niedersachsen aktiv verbessert. Diese lässt sich grob in drei Bereiche einteilen: Social Media, Website und Pressemitteilungen.

In Bezug auf Social Media wird Facebook sowie Instagram verwendet, Facebook vorwiegend für Veranstaltungen und Instagram u.a. um besser mit Follower*innen zu interagieren. Beide Social Media Accounts müssen entsprechend der Plattform bespielt werden. Für die graphische Aufbereitung der Posts wurde bereits vom ehemaligen Vorstand eine Farbpalette mit zugehörigen Schriftarten erstellt. Diese soll weiterhin verwendet werden, um unsere Social Media Brand weiter zu etablieren. Zusätzlich wird es 2020/2021 ein Seminar zur Social Media Arbeit geben. Da die JEF Hessen sich bereit erklärt hat, als Referentin zu fungieren, wird dieses Seminar in Wiesbaden stattfinden (oder den Umständen entsprechend online). Der Einblick in die Öffentlichkeitsarbeit einer anderen JEF-Sektion und die bisherigen Erfahrungen der JEF Niedersachsen wird einen erfolgreichen best-practice Austausch ermöglichen. Neben zahlreichen Diskussionen über konkrete Kampagnen wird es auch genügend Zeit geben, um sich mit dem Konzept der Überparteilichkeit auseinander zu setzen. Das Seminar wird der Frage nachgehen: Wie können überparteiliche Stellungnahmen aussehen? Es wird voraussichtlich im November stattfinden.

Bezüglich der Website sollen im Vorstandsjahr 2020/2021 endlich die Website und der Blog zusammengeführt werden, sodass eine aktualisierte Website mit Stellungnahmen, Kontaktdaten und Infoseiten Interessierten ein genaues Bild von uns als Verband verschaffen kann.

Für die Kommunikation von bestimmten Inhalten sollen weiterhin Pressemitteilungen an die relevanten Print- und Onlinemedien versendet werden. Für diese soll eine Vorlage erstellt werden, sodass einheitliche Pressemitteilungen entstehen.

2) Innerverbandliche Kommunikation

Der ehemalige Vorstand hat durch den Newsletter einen Weg gefunden, die innerverbandliche Kommunikation zu verbessern. Den Newsletter will auch der neue Vorstand monatlich verschicken und an dem erfolgreichen Format festhalten. Im Newsletter möchten wir sowohl über vergangene Veranstaltungen informieren (in Form von Berichten), Veranstaltungen bewerben (Kreis-, Landes-, Bundes- und Europaebene) sowie den Kreisverbänden eine Bühne geben.

a) Discord Kanal

Insbesondere in Zeiten von Covid-19 ist auch der Discord Server der JEF Niedersachsen eine wichtige Plattform für die innerverbandliche Kommunikation geworden. Der Server ermöglicht die Zusammenkunft aller Kreisverbände in einem informellen Rahmen und erleichtert die Vernetzung und Planung über Kreisverbandsgrenzen hinweg.

Wir wollen überprüfen, ob ein Telegram-Channel in der Zukunft als sinnvolle und effiziente Maßnahme fungieren kann, unsere Mitglieder über Entwicklungen innerhalb der EU und der JEF zu informieren.

b. Organisation

Darüber hinaus möchten wir auf die Organisation und Struktur unserer Arbeit eingehen und diese präsentieren.

Die Arbeit der JEF Niedersachsen wird von ihrem Vorstand organisatorisch koordiniert und von allen Aktiven getragen. Der Vorstand trifft sich regelmäßig z.B. über Google Meet zu Vorstandssitzungen und darüber hinaus zu regelmäßigen Beiratssitzungen. Dabei wird die vorgeschlagene Agenda für die JEF Niedersachsen koordiniert und transparent Schritt für Schritt umgesetzt. Die Mitglieder der JEF Niedersachsen sollen wie bereits beschrieben über die Arbeit des Vorstandes ausführlich informiert werden.

Als Junge Europäische Föderalist*innen legen wir großen Wert darauf, in allen Gremien der JEF und EUD vertreten sein zu wollen. Dazu müssen wir auch Personalpolitik auf allen Ebenen betreiben.

1) Europaebene

Der neue Vorstand versucht, sich bestmöglich auf JEF Europaebene einzubringen und beispielsweise in verschiedenen Taskforces mitzuarbeiten. Sollte dies aufgrund von personellen Engpässen nicht möglich sein, steht dennoch unsere Arbeit in Niedersachsen bzw. auf Bundesebene im Vordergrund.

2) Bundesebene

a) Unsere Rolle im Verband

In einem so großen und europaweiten Verband wie den Jungen Europäischen Föderalist*innen können wir unsere richtigen Positionen nicht alleine durchsetzen. Wir werden deshalb weiterhin mit den Verbänden zusammenarbeiten, die ähnliche Auffassungen zu Politik und Theorie haben wie wir. Das bedeutet auch, dass wir nicht einfach Beobachter*innen sein wollen, sondern uns aktiv, sowohl inhaltlich als auch personell, in die Meinungsbildung einmischen wollen.

Auf der Bundesebene wollen wir uns als JEF Niedersachsen weiterhin aktiv einbringen und vernetzen. Dies betrifft sowohl den JEF Bundesausschuss als auch den Bundeskongress. Hier wollen wir aktiv in Bundesprojekten mitarbeiten und inhaltliche Anträge zu Themen einbringen, die unseren Mitgliedern in den Kreisverbänden wichtig sind. Zusätzlich soll der Landesvorstand Wege zur größeren Transparenz beim Bundesausschuss für unsere Mitglieder finden und vorantreiben. Dies wollen wir unter anderem dadurch erreichen, dass der Landesvorstand die regelmäßigen Landesbeiratssitzungen besucht, um dort in ausführlicher Form vom Bundesausschuss zu berichten.

b) Begleitung Bundesvorstand

Seit dem Bundeskongress 2018 sind die JEF Niedersachsen mit Laura Wanner im JEF- Bundesvorstand vertreten. Die Arbeit des JEF-Bundesvorstandes konnten wir so noch aktiver begleiten und innerhalb der Verbandsarbeit auf Bundesebene durch die Einführung von Bundesprojekten eine tragende Rolle übernehmen. Auch nach dem kommenden Bundeskongress 2020 in Münster wollen wir eine tragende Rolle im Bundesverband spielen. In diesem Sinne wird es Aufgabe des neuen Landesvorstandes sein, zu überlegen, wie dieser Anspruch erfüllt werden kann. Für uns ist es wichtig, die aktuellen Kampagnen des Bundesvorstands zu hinterfragen und an unsere lokalen Gegebenheiten anzupassen. Wir wollen im Landesverband als Mulitplikator*innen die Arbeit des Bundesverbandes weitertragen.

3) Landesebene

Auf der Ebene des Landesvorstandes gab es oftmals personelle Instabilität. Dies hat vielerlei Gründe. Um die Arbeit des Landesvorstandes zu erleichtern und stabil zu halten, soll sich der zukünftige Landesvorstand vornehmen personell stabil zu bleiben. Weiterhin ist es uns ein Herzensanliegen, die einzelnen KV’s einzubeziehen. Der Landesverband ist die Summe seiner Kreisverbände und ist dann am besten aufgestellt, wenn sich aktive sowie schlagkräftige Kreisverbände auf Landesebene einbringen. Hier soll der Landesvorstand bestmögliche Unterstützung liefern, damit unsere KV’s schlagkräftig an den diversen Aktionen teilnehmen können.

a) Alternative Finanzierung/ Funding/ Sponsoring

Als JEF haben die einzelnen Kreisverbände die Möglichkeit, sich an Universitäten und Hochschulen als Initiative anerkennen zu lassen. Da diese Initiativen zumeist von dem jeweiligen Studierendenparlament/-rat geprüft und verwaltet werden, besteht, je nach Satzung der jeweiligen Studierendenschaft, die Möglichkeit, sich auch finanziell fördern zu lassen. Wir als Landesvorstand bieten den einzelnen Kreisverbänden konkrete Unterstützung auf dem Weg zur Anerkennung als Initiative. Dies bietet den einzelnen Kreisverbänden im besten Fall nicht nur weitere finanzielle Mittel, sondern eröffnet ihnen auch die Möglichkeit, kostenfrei Räume an der jeweiligen Universität nutzen zu können.

Weiterhin wollen wir uns verstärkt nach anderen Möglichkeiten, sowohl ideeller als auch finanzieller Unterstützung umzusehen. Hier werden wir besonderes Augenmerk auf die Landes-, Bundes- und Europaebene werfen. Hierzu sei gesagt, dass jegliche Förderung von unserer Seite nur angenommen wird, sofern diese Förderung unsere Eigenständigkeit und Unabhängigkeit nicht gefährdet.

b) Landesbeirat

Der Landesbeirat bietet neben der politischen Arbeit auch weitere Chancen. So bietet er die Möglichkeit zum Kennenlernen & Austausch außerhalb von politischen “Konfliktsituationen” für die Mitglieder der verschiedenen Kreisverbände. So kann der Landesbeirat auch als “Meet-&-Greet-Plattform” fungieren.

Um die Arbeit des Landesbeirats selbst zu erleichtern sowie besser und transparenter für die Mitglieder der JEF Niedersachsen zu gestalten, soll sich der Landesbeirat direkt am Anfang des Jahres feste Termine für die Sitzungen des Beirats geben und diese mitteilen. Dadurch wird die Organisation, Reichweite und Transparenz des Landesbeirats vorangetrieben.

Der Landesbeirat soll daran arbeiten neben den Delegierten auch andere Mitglieder zur Teilnahme an den Sitzungen zu bewegen, u.a. dazu soll dieser auch als organisatorische Plattform zur JEF-internen Bewerbung von Veranstaltungen der Kreisverbände dienen. Zusätzlich sollen die Delegierten der Kreisverbände kleine Evaluationen/Präsentationen etc. ihrer eigenen Veranstaltungen mitbringen. So verstärkt sich die Rolle des Beirats als “voneinander-Lernen-Plattform”.

Dem Landesbeirat kommt die wichtige Aufgabe zu, Verbindungsglied zwischen den Kreisverbänden und dem Landesvorstand zu sein. Um diese Aufgabe wahrzunehmen muss der Landesbeirat stärker in den Kreisverbänden beworben werden, um den Landesverband breiter abzubilden und die interne Kommunikation und den Zusammenhalt zu stärken.

Der Landesbeirat soll sich dafür einsetzen, eine Wissensdatenbank (Knowledge Base) aufzubauen, auf die jeder Kreisverband Zugriff hat und die das gesammelte Wissen des Landesverbands über best-practice Beispiele darstellt. Mithilfe der digitalen Infrastruktur kann so eine Art internes Wiki aufgebaut werden, das reibungslose personelle Wechsel, engeren Austausch von Kreisverbänden und eine einheitliche Arbeit ermöglicht, indem es Hilfestellungen und Tipps bereitstellt, um Aufgaben bestmöglich zu erfüllen.

Bei den kommenden Beiratstreffen sollen europäische Themen einen Schwerpunkt bilden. Dies wird durch Diskussionen über europäische Themenfelder oder Herausforderungen erreicht. Zu denen oft Referenten*innen geladen werden sollen. Somit ermöglicht der Besuch der Beiratstreffen den JEFer*innen nicht nur eine Plattform für den Austausch, sondern auch einen Mehrgewinn durch Informationen. Obwohl nun auch europäische Diskussionen im Beirat durchgeführt werden, wird es auch weiterhin Workshops geben, die den einzelnen KVs bei der Verbandsentwicklung helfen sollen, wie Social Media Workshops oder Workshops zur Mitgliedergewinnung und -bindung.

4) Sonstiges

Wenn es um die Organisation und Durchführung von größeren Projekten geht, soll die JEF Niedersachsen verstärkt mit anderen JEF Landesverbänden zusammenarbeiten. Ein Beispiel hierfür ist die Nordlichterfahrt, die geplante Fahrt nach Nord-Mazedonien und Albanien sowie diverse Veranstaltungen und Treffen zwecks Vernetzung.

a) Expert*innen- und Referent*innenpool weiterentwickeln

Um die Arbeit für zukünftige Landesvorstände zu erleichtern, soll eine Datenbank inklusive Kontaktdaten zu Referent*innen, Funktionsträger*innen, Multiplikator*innen, Bündnispartner*innen etc. erstellt werden. Diese Datenbank soll ermöglichen, zu bestimmten Themen auf einen Pool von Daten zu Expert*innen zurückgreifen zu können, sodass nicht jeder neue Landesvorstand zwangsweise vor der Hürde der Kontaktaufnahme oder Referent*innensuche steht. Eine solche Datenbank kann nicht nur die Arbeit des Landesvorstands maßgeblich erleichtern, sie sollte auf Anfrage auch den Kreisverbänden zugänglich sein, die sie gegebenenfalls auch um eigene Kontakte erweitern können. Dieses Projekt wurde bereits vom ehemaligen Landesvorstand begonnen und soll nun weitergeführt und abgeschlossen werden.

7. Bildungsarbeit

Die Zukunftsfähigkeit des Verbandes richtet sich maßgeblich nach der innerverbandlichen Bildungsarbeit. Dabei ist es unbedingte Aufgabe, Wissenshierarchien abzubauen, um möglichst vielen Mitgliedern die Chance zu geben, durch das nötige Rüstzeug auf Augenhöhe mit Funktionsträger*innen diskutieren zu können. Um das zu erreichen, wollen wir auf der einen Seite auf das bestehende Seminarangebot der JEF Europe, der JEF Deutschland und anderen JEF-Sektionen in Deutschland zurückgreifen. Unsere Mitglieder sollen über jegliche Möglichkeiten zur Teilnahme an Seminaren, Workshops und/oder Exkursionen möglichst frühzeitig Bescheid bekommen. Dabei können und sollen auch Angebote außerhalb der JEF genutzt werden. Die großen Netzwerke unserer Mitglieder sollen durch Austausch allen Mitgliedern zur Verfügung stehen.

Auf der anderen Seite möchten wir als JEF Niedersachsen aber auch als Impulsgeber dienlich sein und wissenserweiternde Veranstaltungen anbieten. Wir begreifen uns als Gruppe, die einen Bildungsauftrag sowohl innerhalb, als auch außerhalb des Vereins innehat. In der Vergangenheit konnten wir diesem Anspruch durch inhaltlich vielfältige Veranstaltungen bereits gerecht werden. Auch zukünftig möchten wir sowohl interne als auch externe Angebote zur Wissensmehrung anbieten und diese – wenn möglich – ausweiten. Neuen Mitgliedern sollen nach Bedarf und Wunsch Grundlagenseminare zur Arbeit der JEF, unserer Vorstellung von der Zukunft der EU, unserem Föderalismus-Verständnis und unserer politischen Ausrichtung zur Verfügung gestellt werden.

Jedoch bedeutet Bildungsarbeit für uns nicht nur oben Genanntes, sondern auch das Weitertragen europapolitischer Angelegenheiten in unsere Gesellschaft. Deshalb möchten wir mit unseren Anliegen auch an die Öffentlichkeit gehen. Wir wollen Seminare an hiesigen Schulen anbieten, mit unseren Themen auf die Straße haben – sofern das nach Corona wieder möglich sein sollte –, uns gesellschaftspolitisch positionieren, Europa in die Städte bringen und uns den Europafeind*innen entgegenstellen. Zum Austausch von Ideen zur Bildungsarbeit streben wir stets enge Kommunikation mit anderen Landesverbänden, dem Bundesvorstand und der Europa-Union Deutschland an.

Auch auf Europaebene finden jedes Jahr viele Seminare und Workshops statt. Solche Bildungsangebote bieten unseren Mitgliedern die Möglichkeit neben den Inhalten der Veranstaltung auch neue Städte und Länder kennenzulernen, sich mit anderen JEFer*innen aus verschiedenen Ländern auszutauschen und internationale JEF Freundschaften zu knüpfen. Deshalb möchten wir in Zukunft die Bildungsangebote der JEF Europe aktiver über Social Media und unseren Newsletter bewerben.

a. Europe@School

Mittels Europe@School soll Europa ins Klassenzimmer gebracht werden. Für Schüler*innen sollen komplizierte Zusammenhänge auf spielerische Art erklärt werden. Denn die EU soll verständlich, erlebbar und erfahrbar gemacht werden. Durch Planspiele und Workshops soll Wissen vermittelt werden. Wir hoffen dabei die Begeisterung für die EU wecken zu können. In den nächsten Monaten soll Europe@School auch im virtuellen Raum vorangebracht werden. In einigen KVs gibt es bereits europapolitische Bildungsmaßnahmen der JEF. Ziel des Landesvorstands ist es, diese zu bündeln und zu verstärken. Mit der gegründeten Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) soll eine Infrastruktur geschaffen werden, mit der Ressourcen zwischen den KVs gebündelt werden. Außerdem findet hier die Organisation künftiger Europe@School-Projekte statt. Zudem soll in Form von Schulungen die Kompetenz zur Wissensvermittlung gestärkt werden.

b. Grundlagenseminar/Bildungsseminar

Um neuen Mitgliedern einen guten Einstieg für ihr Engagement zu ermöglichen, wollen wir weiterhin ein Grundlagenseminar pro Jahr anbieten. Dieses richtet sich selbstverständlich auch an Nicht-Mitglieder, die uns kennenlernen möchten. Bei diesem Grundlagenseminar geht es hauptsächlich darum, den Teilnehmenden die JEF als Verband, inklusive seiner Geschichte und den heutigen Strukturen, das Föderalismusverständnis der JEF sowie die Europäische Union mit all ihren Besonderheiten näherzubringen. Die Konzepte für die einzelnen Workshops wurden von ehemaligen Vorstandsmitgliedern ausgearbeitet und können in Zukunft wiederverwendet und je nach den aktuellen Ereignissen angepasst werden.

Zusätzlich zum Grundlagenseminar wollen wir ein Bildungsseminar mit einem thematischen Schwerpunkt anbieten, zu dem wir externe Gäste einladen, aber auch eigenständig inhaltliche Akzente setzen. Mit verschiedenen Workshops, Spielen, Diskussionen und anderen Formaten soll ein Thema von verschiedenen Gesichtspunkten analysiert und diskutiert werden. Mit dem Bildungsseminar möchten wir auch Nicht- Mitglieder ansprechen.

c. Gemeinsames Seminar mit der EUD am 27.& 28.11.2020 in Oldenburg

Trotz der aktuellen Situation planen wir in Kooperation mit den Europäischen Föderalisten Oldenburg, dem EUD Landesverband, dem Amt für regionale Landesentwicklung Oldenburg sowie der VHS Oldenburg ein gemeinsames Seminar, unter Beteiligung einiger Referent*innen aus Wissenschaft, Jugendbewegung, Verwaltung und Politik. Bei diesem Seminar wollen wir uns in einer Art Zukunftswerkstatt um die Frage kümmern, wie wir eine fortschreitende Integration der Europäischen Union angesichts der aktuellen Lage bewerkstelligen können. Daher werden wir uns schwerpunktmäßig über eine Erweiterung, Weiterentwicklung und vor allem Vertiefung der Europäischen Union miteinander austauschen.

d. Rhetorikseminar

Mit einem Rhetorikseminar wollen wir unsere Mitglieder unterstützen. Denn ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit unserer Kreisverbände ist es, bei Podiumsdiskussionen mit zu diskutieren oder Redebeiträge bei Veranstaltungen zu halten. Dieses Seminar kann allerdings nur stattfinden, wenn es aufgrund der aktuellen Lage wieder vertretbar ist Präsenzveranstaltungen stattfinden zu lassen.

e. EU-Türkei-Seminar

Mit einem Bildungsseminar über die EU-Türkei Beziehungen soll der aktuelle Stand näher betrachtet und einen leichten Einstieg in die Thematik geschaffen werden. Das Seminar soll aufzeigen, welche Probleme es bei der Integration der Türkei in die Europäische Union gibt und welche konstruktiven Lösungsansätze angewendet werden können. Hier schon mal ein kleiner Überblick der Themen zu diesem Bildungsseminar:

  • EU-Türkei Flüchtlingspolitik
  • Türkei und die europäische Integration
  • Wo sind die Grenzen der EU
  • Das europäische Denken in der Türkei
  • Konstruktive Lösungsansätze für eine europäische Türkei
  • Die Zukunft der Europäischen Union?

Dieses Seminar soll nach Möglichkeit nach der Corona-Pandemie stattfinden, wenn Präsenzveranstaltungen wieder erlaubt sind.

8. Bündnisarbeit und Vernetzung

Ein wichtiger Bestandteil unserer Aufgaben als JEF ist das Ausleben des europäischen Gedankens und damit auch das Zusammenbringen von Europäer*innen. Daher möchten wir uns im kommenden Jahr ebenfalls über unsere eigenen Verbandsstrukturen hinaus weiter öffnen und die Kommunikation mit anderen partei- und gesellschaftspolitischen Organisationen suchen. Hinzu kommt, dass man innerhalb von Bündnissen sowie in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Inhalte und Positionen besser vertreten und durchsetzen kann. Unter diesem Aspekt wird die politische Relevanz unserer Bündnisarbeit deutlich. Aus diesem Grund soll unter diesem Punkt dargestellt werden, in welchen Bündnissen wir uns bewegen möchten und welche inhaltlichen Ziele wir mit welchen Büdnispartner*innen oder Partner*innenorganisationen angehen und verwirklichen wollen.

a. Vernetzung mit anderen JEF Sektionen

Ein besonderer Fokus des neuen Vorstandsjahrs soll die engere Vernetzung mit anderen JEF Sektionen sein, Ein langfristiges Twinning mit den Jeunes Européens Bordeaux in Frankreich soll mithilfe der JEF Europe eingerichtet werden. Gemeinsam wollen wir Seminare organisieren, uns besuchen und vieles mehr. Zudem soll ein Austausch mit den Europæisk Ungdom Aarhus (Dänemark) stattfinden. Die Dän*innen werden zunächst nach Niedersachsen kommen und später besteht die Möglichkeit eines Gegenbesuchs. Wir erhoffen uns aus diesem Austausch langfristige Zusammenarbeit und grenzübergreifende Projekte. Niedersachsen ist ein großes Flächenland, welches allerdings auch bundesdeutsch betrachtet ein Grenzland ist. Dies wollen wir als JEF Niedersachsen nutzen. So wollen wir uns mit der JEF Niederlande (Jonge Europese Federalisten Nederlands) austauschen und vernetzen. Als europaweit aktiver Verband, welcher die europäische Integration vorantreibt und föderalistisch weiterdenkt, müssen wir den europäischen Austausch selbst leben. Durch unseren Kontakt zu den JEF Niederlande können wir selbst daran arbeiten, Grenzen wortwörtlich zu überwinden.

Auch innerhalb der JEF Deutschland wollen wir uns weiter vernetzen. Sei es mit den anderen Nordlichterverbänden oder aber mit anderen Bundesländern. Wir würden uns sehr freuen gemeinsame Projekte und Kampagnen zu entwickeln und auch unseren Kreisverbänden den Austausch mit JEF Kreisverbänden aus dem restlichen Bundesgebiet zu ermöglichen.

b. BETA Europe

Neben der JEF gibt es viele weitere Projekte und Verbände, welche ähnliche Ziele und Träume haben wie wir. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, auch mit diesen Organisationen Kontakt aufzunehmen und über mögliche Kooperationen nachzudenken.

Beispiele hierfür sind BETA-Europe (Bringing Europeans Together Association) und die einzelnen, nationalen Unterverbände, welche unter anderem die “Model European Unions” (MEU’s) veranstalten. Diese Planspiele werden von vielen Mitgliedern der JEF aus ganz Europa besucht und bieten somit Chancen der Vernetzung und des Austauschs, welche wir nach Möglichkeit auch unseren Mitgliedern ermöglichen möchten.

c. Model European Union Universum

Die Model European Unions (MEU’s) sind Planspiele, welche zumeist unter der Schirmherrschaft von BETA-Europe beziehungsweise den einzelnen Landesgruppen, jedoch immer von jungen Menschen aus ganz Europa organisiert und durchgeführt werden. Viele der Organisator*innen und Teilnehmer*innen sind zudem JEFer*innen, was eine europaweite Vernetzung weiter verbessern wird. Diese Planspiele simulieren den Gesetzgebungsprozess innerhalb der EU und vermitteln anhand aktueller Thematiken und Gesetzesinitiativen praktisches Wissen über die Funktionsweise der Union. Durch die Einteilung in Fraktionen und andere Gruppen, setzt man intensiv mit anderen und auch oft gegenteiligen Meinungen auseinander. Hierbei entstehen wundervolle Freund*innenschaften, die sich über den gesamten Kontinent erstrecken. Als Vorstand der JEF Niedersachsen werden wir uns nach Möglichkeiten umsehen, diese wertvollen Erfahrungen möglichst vielen JEFer*innen zu ermöglichen.

d. Jugendparteien sowie politische Bewegungen

Bei der Bündnisarbeit sind wir als überparteilicher Jugendverband natürlich auch darauf angewiesen, uns bei den verschiedenen Jugendparteien zu vernetzen. Dazu ist es notwendig, dass wir Präsenz bei den verschiedenen Jugendparteien zeigen. Dies können wir u.a. darüber erreichen, dass wir Grußwörter bei den “Parteitagen” der Jugendorganisationen halten. So können wir bei großen Veranstaltungen der Jugendparteien für unsere eigenen Inhalte werben und personell dort zur Vernetzung und zum Austausch vertreten sein. Darüber hinaus wollen wir mit sozialen Bewegungen mit europapolitischen Themen zusammenarbeiten, hierzu gehört für uns besonders Fridays for Future.

Eine weitere Möglichkeit der kooperativen Zusammenarbeit besteht unter anderem mit dem Jugendparlament in Osnabrück sowie dem aufgrund der Entwicklungen des Coronavirus aktuell noch nicht gewählten ersten Jugendparlaments in Göttingen. Neben der projektbezogenen Einbindung (bei Planspielen oder auch über Europe@School) können wir über die Jugendparlamente gezielt politisch interessierte Schüler*innen ansprechen und ihnen darüber die eigene Verbandsarbeit näher bringen, um langfristig auch die Gruppe der Schüler*innen im Landesverband der JEF Niedersachsen stärker einzubinden.

Die JEF Niedersachsen ist prinzipiell bereit, sich politischen Bündnissen anzuschließen, sofern die Inhalte der Bündnisse mit den Idealen und Prinzipien der Jungen Europäischen Föderalist*innen vereinbar sind und die politische Überparteilichkeit gewahrt ist. Dennoch heißt überparteilich nicht gleich unpolitisch, sodass, insbesondere im Hinblick auf ein Erstarken antieuropäischer Kräfte sowohl in Deutschland als auch in anderen Mitgliedstaaten der EU, die Organisation in politischen Bündnissen an Bedeutung gewinnt und eine Chance für die JEF darstellt. Gerade unsere Erfahrungen mit bestehenden Bündnissen wie z.B. ‘Niedersachsen für Europa’ haben uns gezeigt, dass wir sichtbarer sind und unsere Bündnisfähigkeit anderen Organisationen gegenüber erhöhen können. Daher wollen wir auch in Zukunft wieder aktiv an politischen Bündnissen teilhaben.

e. Landesjugendring Niedersachsen

Die JEF Niedersachsen wurden kürzlich in den Landesjugendring aufgenommen. Wir möchten diesen neuen Horizont effektiv nutzen und uns mit anderen Jugendorganisationen austauschen. Wir wollen den LJR besser kennenlernen, um einzuschätzen, wie wir uns einbringen können und welchen Mehrwert die Mitgliedschaft für uns hat. Die Erfahrung hat gezeigt, dass personelle Kontinuität in solchen Gremien ein Schlüssel zum Erfolg ist. Deshalb wollen wir bewusst ein bis zwei Vorstandsmitglieder als Zuständige für die Bündnisarbeit mit dem LJR ernennen, die uns bei deren Sitzungen vertreten sowie für jegliche Kommunikation zuständig sind.

f. Europaministerium

Die bisherige Zusammenarbeit und Förderung der JEF Niedersachsen seitens des Europaministeriums hat unsere Arbeit maßgeblich beeinflusst und uns zahlreiche Möglichkeiten eröffnet, eigene Projekte zu realisieren. Wir streben weiterhin eine enge Vernetzung mit dem Europaministerium an, um unseren Mitgliedern und auch interessierten Personen, die Möglichkeit zu geben, “hautnah” dabei zu sein und europäische Abläufe aus erster Hand zu erfahren. Wir werden daher weiterhin intensiv mit dem Europaministerium in Niedersachsen zusammenarbeiten und im engen Kontakt bleiben.

9. Die EUD Niedersachsen voranbringen

Im letzten Jahr ist es wieder einmal gelungen bei der Europa-Union Niedersachsen ein noch besseres Standing zu erarbeiten. Ausdruck dessen ist die Wahl von Tobias von Gostomski in den Landesvorstand der Europa-Union Niedersachsen, wo er uns und unsere JEF-Interessen die nächsten anderthalb Jahre auf Augenhöhe vertreten kann. Unsere Aufgabe wird es dabei sein, Tobias in seiner Arbeit zu unterstützen, um die Europa- Union stetig zu verbessern und nachhaltig voranzubringen.

Zudem wollen wir alle in unserem Verband ermutigen, sich verstärkt in die Vorstände der EUD Kreisverbände in Niedersachsen einzubringen und diese durch JEF- Kandidat*innen weiblicher und jünger zu machen. Es gilt bei alledem stets eine kritische Loyalität zu wahren mit der Freiheit, sich von der EUD Niedersachsen in Punkten abzugrenzen, mit denen wir nicht einverstanden sind. Dies sollte aber immer im Rahmen eines respektvollen und freundschaftlichen Umgangs geschehen, der von einer funktionierenden und offenen Kommunikation geprägt ist und zeigt, dass wir trotz Meinungsverschiedenheiten zwei zusammenhängende Organisationen sind, die letztendlich das gleiche Ziel verfolgen – ein friedliches, starkes und föderales Europa. Deshalb wollen wir die Zusammenarbeit ausbauen und auch gemeinsam an Veranstaltungsformaten arbeiten.

Wir haben mit den Kreisverbänden der EUD die strategische Ausrichtung auf der vergangenen Landesmitgliederversammlung am 26. Oktober 2019 maßgeblich mitbestimmt und konnten die EUD Niedersachsen progressiv voranbringen. So konnten wir – neben der Wahl von Tobias in den Vorstand – unseren eigenen Antrag und zahlreiche Änderungsanträge durchsetzen, die der EUD ein inhaltlich geschärftes Profil verschaffen. Darüber hinaus freuen wir uns sehr darüber, dass wir als JEF Niedersachsen mit einer historisch hohen Anzahl an stimmberechtigten JEF-Mitgliedern vor Ort vertreten waren und so ein sehr positiver Eindruck bei den restlichen Delegierten entstanden ist. Darauf sind wir als Landesvorstand sehr stolz gewesen. Um die kollegiale Zusammenarbeit zwischen uns und der EUD Niedersachsen auch weiterhin auszubauen, wollen wir versuchen, ein gemeinsames Treffen beider Landesvorstände ins Leben zu rufen.

10. Schlussbemerkung

Covid-19 hat das Verbandsleben auf den Kopf gestellt. Einige Veranstaltungen, Projekte und Ideen können nicht so umgesetzt werden, wie wir es eigentlich geplant hatten. Unsere diesjährige Landesmitgliederversammlung ist ein gutes Beispiel hierfür. Dennoch möchten wir insbesondere in diesen Zeiten aktiv für ein besseres Europa streiten und den Verband auch online leben. Dies soll durch virtuelle Stammtische, Webinare, Watch-Partys und vieles mehr geschehen. Neben der Digitalisierung unserer Verbandsarbeit, wollen wir die Zeit aber auch zur Evaluierung nutzen. Elementar ist dabei die Mitgliederzufriedenheit und die Frage, wie wir uns weiterentwickeln wollen. Die Verabschiedung dieser Agenda ist ein erster Gradmesser dafür.

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